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Imkertracht. Bei Trachtenmanufaktur Ninnerl in Augsburg wurden Imkertracht-Entwürfe vorgestellt, und letzte Anregungen und Wünsche geäußert. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald

Eine Imkertracht für alle Imkerinnen und Imker | 1. Meilenstein in Augsburg am 6. März 2026 | Oswald Blog

Eine Imkertracht für alle Imkerinnen und Imker

Entwurf und erste Schritte zu einer Imkertracht

Eine echt imkerliche Gewandung für alle Imkerinnen und Imker

Ein lang gehegter Wunsch wird wahr

Die ersten Schritte zur Imkertracht wurden in Augsburg gemacht. Blick durch eine schmale Häusergasse in der Augsburger Altstadt auf eine prachtvolle, hellgraue Fassade mit barocken Elementen. Im Zentrum des Hintergrunds ragt ein kleiner Turm mit einer leuchtend türkisfarbenen Zwiebelhaube und einem goldenen Kreuz in den Himmel. Eine große, gold-verzierte Uhr ziert die Fassade über den Rundbogenfenstern. Im Vordergrund sind Details des Stadtlebens wie ein schmiedeeisernes „Block House“-Schild, rote Sonnenschirme und Straßenschilder erkennbar. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald
In der Fuggerstadt wurde der finale Entwurf und die Stoffmuster der neuen Imkertracht diskutiert. Die Stadt Augsburg verdankt ihre Existenz direkt dem römischen Kaiser Augustus. Im Jahr 15 vor unserer Zeitrechnung schickte er seine Stiefsöhne Drusus und Tiberius los, um dort ein Militärlager zu errichten, was Augsburg heute zu einer der ältesten Städte Deutschlands macht. Der ursprüngliche lateinische Name lautete Augusta Vindelicorum. Der erste Teil, Augusta, ehrt den kaiserlichen Gründer, während der zweite Teil, Vindelicorum, auf die Ureinwohner der Region anspielt, die keltischen Vindeliker. Diese lebten dort zwischen den Alpen und der Donau, im Gebiet des heutigen Bayern, bevor die Römer ihre schicken Villen und geraden Straßen bauten. Eine Stadt, benannt nach einem Weltenherrscher und einem Hauptstamm der Kelten. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald.
Die Imkertracht ist die offizielle Gewandung der Imkerinnen und Imker.
An deren Entstehung wurde gemeinschaftlich in Augsburg gearbeitet.
Eine gemeinsame Imkertracht ist mehr als nur Kleidung, sie ist ein Bekenntnis zu unserer Berufung und schafft eine gemeinsame Identität, die uns als Hüter und Beschützer der Bienen verbindet und eint.
Die von Hand geschneiderte Tracht soll durch eleganten Schnitt und handwerkliche Präzision die hohe Kunst der Imkerei widerspiegeln.
Als künstlerisch gestaltetes Detail soll  unter anderem eine Bienen-Stickerei dienen.
Ein Ehrenzeichen für das fleißigste aller Geschöpfe.
Wir wollen unsere Leidenschaft für die Bienen und den Imker-Beruf unabhängig von der Völkerzahl bei öffentlichen Auftritten und repräsentativen Anlässen für jedermann sichtbar machen.
Wenn wir in dieser Tracht vor die Menschen treten, wollen wir zeigen, dass die Imkerei nicht nur ein Handwerk, sondern eine Höhepunkt der menschlichen Kultur ist.
Durch Qualität, Beständigkeit und Ästhetik bewahrt sich der imkerliche Berufstand und Imkerei-Sektor seine Würde und sein Ansehen als systemrelevanter und das Gemeinwohl förderndes unverzichtbarer Teil der Gesellschaft.

Teilnehmer aus vielen Ecken der Republik kamen nach Augsburg

Die Gruppe der Imkertracht-Interessierten Erstbestellern traf sich im Café Europa in Augsburg am sonnigen Ulrichsplatz.

Einige Teilnehmer reisten bereits am Vortag an.

Es kamen Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Berlin, aus dem Harz, aus Rheinland-Pfalz, und anderen Teilen der Republik.

Nach einer kurzen Austauschrunde und Kennenlernen machten wir uns zu Fuß durch die Augsburger Innenstadt zur Schneiderei und Trachtenmanufaktur Ninnerl in Augsburg.

Augsburg wird oft als die „nördlichste Stadt Italiens“ bezeichnet, und wenn man durch Augsburg schlendert, versteht man, warum.

Dass die neue Imkertracht gerade in Augsburg handgeschneidert wird, ist kein Zufall, sondern schlägt eine Brücke zu einer jahrhundertealten Identität.

Augsburg war über lange Zeit das „Manchester Deutschlands“.

Bevor die berühmte Augsburger Familie der Fugger die Bankiers der Kaiser wurden, waren die Fugger Weber. Ihr  Reichtum gründete sich auf dem Handel mit Textilien und  Stoffen.

Imkermeister Binder, Initiator und Vordenker der Imkertracht seit 25 Jahren. Foto. Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald.
Imkermeister Binder, Initiator und Vordenker der Imkertracht im Café Europa am sonnigen Ulrichsplatz in Augsburg, dem Treffpunkt der Imkertracht-Erstbesteller-Gruppe. Foto. Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald.

Die Imkertracht soll in Augsburg gefertigt werden

Beim Diskutieren und Betrachten verschiedenfarbiger Stoffe für die Imkertracht bei Tageslicht vor der dem Ladengeschäft der Trachtenmanufaktur Ninnerl im Vorderen Lech 27 in Augsburg. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald.
Beim Diskutieren und Betrachten verschiedenfarbiger Stoffe für die Imkertracht bei Tageslicht vor der dem Ladengeschäft der Trachtenmanufaktur Ninnerl im Vorderen Lech 27 in Augsburg. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald.

Im Mittelalter war Augsburg berühmt für seine Barchent-Weberei. Barchent ist ein sehr strapazierfähiges und angenehmes Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle. Augsburger Stoffe waren ein europaweit anerkannter hoher Qualtiäts-Standard.

Das Staatliche Textil- und Industriemuseum (tim) in Augsburg zeigt, wie die Stadt wie kaum eine andere mit der Schneiderhandwerk verbunden ist.

Die Imkertracht in Augsburg schneidern zu lassen, bedeutet, sie an einem Ort fertigen zu lassen, wo man von schönen Stoffen und Ästetik seit 500 Jahren etwas versteht.

An diesem Tag war Augsburg in ein besonders warmes Licht getaucht, weil die Atmospäre voll Sahara-Staub war.

Überblick über die Bestandteile der Imkertracht

Die Einzelteile der Imkertracht

Die Imkertracht besteht aus folgenden Teilen, die aus Zeitgründen nicht alle en detail besprochen werden konnten:

  • Strohhut
  • Lodenhut
  • Janker
  • Weste Herren
  • Weste Damen
  • Hemd
  • Bluse
  • Hose Leinen
  • Hose Wollsatin
  • Rock Leinen
  • Rock Wollsatin
  • Hosenrock Leinen
  • Hosenrock Wollsatin
  • Gürtel
  • Gürtelschnalle
  • Bestickung Motiv
  • Bestickung Buchstabe
Die Imkertrachtgruppe versammelte sich in einem Nebenraum in der Trachtenmanufaktur Ninnerl, und besprach verschiedene Stoffe, Farben und weitere Details der Imkertracht. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald

Farbschema der Imkertracht

Die Farben der Zeidler: Grün, Rot und Gelb

Stoffe für die Imkertracht: Wolle und Leinen. Ein warmer, naturfarbener Wollstoff fand allgemeine Zustimmung für den Janker bzw. das Jackett. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald.
Stoffe für die Imkertracht: Wolle und Leinen. Ein warmer, naturfarbener Wollstoff fand allgemeine Zustimmung für den Janker bzw. das Jackett. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald.

Die Farben der Zeidlertracht waren Grün, Rot und Gelb.

Die Farbe Grün stand für den Wald

Das kräftige Waldgrün symbolisierte die Heimat der Zeidler, den Nürnberger Reichswald, des „Des Kaisers Bienengarten“. Der grüne Rock oder Wams diente sowohl der Tarnung im Unterholz, als auch als sichtbares Erkennungszeichen für den Hüter der Bienenbäume.

Rot stand für den freien Stand und die kaiserliche Privilegierung

Oft sah man an den Aufschlägen oder als Unterfutter ein sattes Rot. Dies war eine Anlehnung an das kaiserliche Wappen und unterstrich den rechtlichen Status der Zeidler als „Unmittelbare“ des Kaisers. Es gab der Tracht eine herrschaftliche Note, die sie deutlich vom einfachen „grauen“ Bauernstand abhob.

Gelb stand für Bienenwachs und Bienenhonig, das Gold der Bienen

Gelbe Akzente, oft in Form von Paspeln, Stickereien oder Westen standen direkt für den Honig und das kostbare Bienenwachs. Wachs war im Mittelalter für die Kirche in Form von Kerzen so wertvoll wie Gold, und die Zeidler waren die Einzigen, die diese Kerzen beständig in großen Mengen liefern konnten.

 

Den Artikel lieber hören

Diesen Artikel über die Imkertracht gibt es auch als Audio

Vom Schutzanzug zur würdevollen Imkertracht

  • Dauer: 23 Min. – Perfekt für eine Kaffeepause oder den Arbeitsweg!
  • Autor: Hans Georg Oswald IM
  • Stimme: Freundliche KI
  • Ersterscheinung: Oswald Blog, Oberlauterbach 2026
Perfekt für Dich, wenn…
  • Lieber hören statt lesen? Einfach zurücklehnen und genießen.
  • Viel um die Ohren? Dein Wissen-Update für zwischendurch.
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  • Für alle, die mal kurz die Augen schließen wollen.
Viel Spaß beim Zuhören!

Ninnerl Trachtenmanufaktur

Meisterlich handgefertigt in Augsburg

„Die Ninnerl Trachtenmanufaktur steht für liebevolle, meisterliche Handfertigung in Augsburg, mit kompromissloser Qualität der Materialien und spürbarem Tragekomfort durch die  Maßanfertigung.“

​“Liebenswerte handgearbeitete Details umgeben die Kleidung mit einem Hauch Raffinesse und Extravaganz.“

Perlmutt oder Metallknöpfe

Die Knöpfe der Weste soll eine Biene zieren

Woll-Janker mit Perlmutt-Knöpfen

Es wurde der Wunsch geäußert, dass der Janker für einen eleganten Auftritt geeignet sein soll, und daher Perlmutt-Knöpfe tragen soll, die Weste dagegen Metallknöpfe mit Bienenmotiv.

Die Imkerweste als Trend

In sozialen Netzwerken und Trachten-Blogs, wie der Trachtenbibel wird zunehmend diskutiert, wie Berufsstände ihre Identität durch moderne, aber historisch fundierte Westen  oder Janker zurückgewinnen können. Die Kombination aus Naturmaterialien wie Wolle und Leinen, sowie symbolischen Bestickungen wie dem Honigbienenmotief wird dort als „Slow Fashion“ mit tiefer Bedeutung gefeiert.

Ein Teilziel wurde erreicht

Das erste Treffen war sehr erfolgreich

Ein wichtiges Ziel des Treffens wurde erreicht, es herrschte Einigkeit über die Grundzüge der Imkertracht.

 

Fragen und Antworten zur Imkertracht

Welche Imkerverbände sind beteiligt?

Warum macht der DIB nicht mit?

Antwort:

Anwesend waren Mitglieder und Funktionäre von verschiedenen Imkerverbänden, unter anderem vom Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbund DBIB, vom Neuen Imkerbund NIB sowie von Bioland e.V. und Biokreis e.V.

Der Präsident des Deutschen Imkerbundes DIB, Herr Thorsten Ellmann, wurde selbstverständlich eingeladen mitzuwirken, versicherte jedoch, dass der DIB keine eigene Imkertracht plane, und beteiligte sich nicht. Nichtsdestotrotz ist jede Imkerin oder Imker frei in ihrer individuellen Entscheidung, sich mit dem Tragen der Imkertracht sich zum Berufstand zu bekennen.

 

Warum befindet sich das gestickte Bienen-Emblem auf der linken Seite der Weste?

Im Mittelalter zur Zeit der Ritterturniere trugen die Ritter in der linken Hand das Schild mit dem Wappen. Die linke Hand war praktisch die Schildhand, die das Herz des Ritters schützte. Eine Remineszenz an diese Zeit stellt das Einstecktuch mit Monogram dar, das uns an das Wappenschild der edlen Ritter erinnert.

In Kontinuität zu dieser Tradition wird das Bienenemblem auf der linken Seite der Weste eingestickt.

Werden Unterschiede im Ausbildungsstand der Trägerinnen im Design sichtbar?

Das ist eine gute Frage, die durchaus diskutiert wurde.

Zunächst gab es den Vorschlag folgende Zugehörigkeiten dezent durch ein farbliches Detail unauffällig für Insider sichtbar zu machen:

Präsidenten / Ehrenpräsidenten = Violett

Meister (Tierwirtschaftsmeister Bienenhaltung, Meister der Bienenwirtschaft) = Rot

Tierwirt für Bienenhaltung / Geselle / Bienenhaltergehilfe = Schwarz

Profi- Berufs- und Erwerbsimker ohne Abschluss = Gelb

Hobby- und Freizeitimker = Grün

Es gab aber auch Stimmen, die sich dafür aussprachen, für besseren Zusammenhalt auf Farbsymbolik zu verichten, um hierarchischem Denken entgegenzuwirken.

Für die Imkertracht der Frauen wird es verschiedene Varianten geben, hier testet Berufsimkerin Verena Drax eine Mustervariante. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald
Für die Imkerinnentracht wird es verschiedene Varianten geben, hier testet Verena Drax eine Mustervariante. Foto: Hans Georg Oswald IM | Imkerei Oswald

Bleiben Sie auf dem Laufenden, und schauen Sie wieder herein in den Oswald Blog.

Wir werden Sie über den nächsten Schritt auf dem Weg zur Imkertracht informieren, soweit es uns möglich ist.

Danke fürs Lesen,

Ihre Imkerei Oswald

Logo Imkerei Oswald Bienenhof in der Hallertau: Ein Bienenstock mit dem Namen Oswald Bienenhof inmitten der idyllischen Hallertau.

Danke fürs Lesen

Der Unterschrift von Hans Georg Oswald
Hans Georg Oswald
Imkermeister
Eine Cartoon-Grafik eines altmodischen Bienenstocks, um den Honigbienen herumschwirren.

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Der Imkermeister Hans Georg Oswald in seinem lieblings Hut.

Geschrieben von

Imkermeister. 1969 in Burghausen an der Salzach in Oberbayern geboren. 1990 Studium in Passau und Colorado. 1997 Gründung der ersten ökologischen Berufsimkerei Niederbayerns. 2000 Meisterpreis der Bayerischen Staatsregierung. 2002 Gemeinsam mit seiner Frau Ruth Aufbau des Bienenhofes im Isar-Hügelland. 2010 Prämierung für herausragende Produktqualität und Ökologische Besonderheiten des Betriebes, Nachhaltigkeit am Hof und soziale Verantwortung.
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