1.
Gleich einer Symphonie in Grün
durchpulst von Licht und Duft und Glanz
ziehn Wiesen sich und Hügel hin
erfüllt von buntem Blumentanz.
2.
Die Wege liegen lang im Wind,
und alle Birken neigen sich.
Und wenn die Gärten verlassen sind,
dann sind sie es nur für mich.
3.
Die Bänke stehen wartend da,
die Gräser wiegen her und hin,
und manchmal scheint der Himmel nah,
und lange Vogelschwärme ziehn.
4.
Und alles ist tief eingetaucht
in Lächeln und in Einsamkeit.
Mit Gold ist alles angehaucht,
und eine Elster schreit.
.
Nach dem verlorenen Sommer
Ein Gedicht in 4 Strophen von Franz Tobisch (alias Jung-Klaus), anläßlich einer verregneten Bienensaison
1.
Wir sahen Dich, Du ruhelose Biene
mit harten Feinden täglich ringen
wir sahen Dich, Du edle Amazone
für Deine Schwestern Riesenopfer bringen
2.
dir folgt kein Ruhm für all Dein schweres Schaffen
vergessen stirbst Du mit zerschliss’nem Flügel
und doch erwecktest Du gar reiches Keimen
und zahllos Früchte spenden Flur und Hügel
3.
von Deinem Fleiß hat selten noch ein Dichter
in vollem Ton und stolzem Reim gesungen
in weher Zeit vergöttert, warst Du gelästert
ob Deines Stachels von bösen Zungen
4.
dir lohnt man nicht mit stolzem
Lobeerkranze
man raubt vielmehr auch Deine letzte Habe
und doch bleibst Du in all dem Erdenjammer
für edle Menschen Gottes schönste Gabe
.
Jung-Klaus
Das folgende Gedicht handelt von einem Lob auf die Sanftmütigkeit der Carnica Biene ((Apis mellifera carnica). Die Carnica Biene ist eine Unterart der Honigbiene, die ursprünglich südlich der Alpen beheimatet war, und die ab den 1950 Jahren graduell die etwas wildere einheimische deutsche Dunkle Biene (Apis mellifica mellifica) durch Verdrängungszucht ersetzte.
Carnica
Ein Bienengedicht nach einer Geschichte von Antette Strobl in Bairischer Sprache
1.
Da Grousvottah hod gsogd, dass er friarars Bienen ghabd hod,
und da Vattah soi hoid schaung, dass er si ah oa bsorgd.
Bei dah Feiahweah warn oa zum hom.
2.
Da Vattah stäid si darauf hi a Voik im Gmiasgartl auf.
Oh mei! Am andan Dog is’s scho o’ganga mied dah Plog.
D’Frauan hams Gmias hoin woin ausm Gartl,
abah dees wor nimma so oafach.
3.
Sie hams Gmias hoin miassn bei da Nocht,
weil am Dog de g’stroaft’n Luadah wia Schtuckas o’gflong san.
Auf deh Knia sans hie’gschlichah zum Gmias.
Ham sehs g’habt, dann sans ins Haus nei gloffah, so schnäi wia da Wind.
4.
Abah deh stechad’n Deifeen san oiwei schnäiah gwen wie d’Weiwerleit.
Bsondas d’Oma hamm deh Imbm meng,
s’Gsicht vaschwoin, sie kon nix mehr seng,
mei Oma, duast ma aufrichteh Leid.
5.
Aa deh Andern im Gei schaungs miedleideh ooh,
wia a so a schiachs Leid iberhapt sei koh.
S’ganze Gschau hods ihr vabong,
d’Ledschn sauwah vazong.
6.
Auf d’Strass hod se se nimma naus draut,
mied de wegstehadn Ohrn, ganz bollad und roud.
Geh liabah Moh, loss doch dees mied deh Imbm sei, moant sie,
dees bringt uns nix ei, nua Stiech und Vadruss.
7.
Deen
Honig kemma uns kaffah, hods gsogt,
do brauchst ned so vahunzt umanand loffah.
Aba doh hert da Vattah ganz schlecht,
auf’d Fraun hern, niah! Do gangads eam ums Recht.
8.
Wenn ea ah ofd um sei Lee’m g’rennt ies,
befassd hod er se mied da Imkerei,
bies er d’Imkerei guad gleand hod.
Und iatz iehsa sogor beim Imkavarain.
9.
Dass d’Imbm amoi so bääs gween han,
kohn i haid gor nimma vastäh.
Deh
Carnica aber, ja deh hods brocht,
dass mei Oma heid wiedah lacht!
.
(Nach einer Geschichte von Annette Strobl)
Summen, Tanzen, Träumen – Ein Imkerlied
Ein Gedicht in zwei Strophen
1
Die summende Biene hält sich frisch an der leuchtenden Blüte,
die stille Biene träumt von der saftigen
Blumenwiese bunt.
Die glänzende Gottesanbeterin tanzt im Kessel der Glut,
ein Grashüpfer mit Sternenblick hüpft keck in wilden Mut
2
Die mächtige Eiche öffnet kunstvoll ihr Kronendach dem Licht,
einen hübschen Schleierhut der Imkermeister am Kopfe trägt.
Die gute, sanfte Erde taucht ins Himmelsgefilde weit,
ein Imkerlied von Lebenslust summt durch die Zeit.
.
(hgo)
Mit Bienen und Menschen – nur mit Liebe
Ein poetisches Zitat des russischen Dichters Leo Tolstoi
Man kann ohne Liebe Bäume fällen, Ziegel brennen, Eisen hämmern,
mit Menschen aber
kann man nicht ohne Liebe umgehen,
ebenso wie man mit Bienen nicht ohne Behutsamkeit umgehen kann.
(Leo Tolstoi)
Die Biene und die Blume
Die Biene liebt die Blume auf der Wiese,
sie sammelt Nektar, süß wie diese.
Sie fliegt und summt von Ort zu Ort,
Die Biene tanzt, so klein, so fein –
und doch kann sie so wichtig sein!
(Schüler der Klasse 7, Möllhovenschule Essen)
In meinem Herzen strahlt die Kraft der Sonne
In meinem Herzen
Strahlt die Kraft der Sonne
In meiner Seele
Wirkt die Wärme der Welt.
Ich will atmen
Die Kraft der Sonne
Ich will fühlen
Die Wärme der Welt.
Sonnenkraft erfüllt mich
Wärme der Welt durchdringt mich.
.
(Rudolf Steiner)
Mich würde interessieren: Welche Gedichte gefallen Euch am besten?