Ein Kind reitet auf einem Zugochsen.

Meine Bayerische Wörtersammlung: Bayerische Sprachrelikte aus Landwirtschaft, Handwerk und Familie

Meine Bairische Wörtersammlung

Bayerische Sprachrelikte aus Landwirtschaft, Handwerk und Familie

Begriffe und Sprichwörter in Deutscher Übersetzung

Mit Erläuterungen alphabetisch geordnet

Erinnert, gesammelt und verfasst von Hans Georg Oswald IM

Ein Kind reitet auf einem Zugochsen.

Ein Kind (meine Mutter Roswitha) wird von meiner Großtante Anni Limmer auf einen Ochsen zum Reiten gesetzt. Fotografiert in Ranoldsberg. Foto: bio-honig.com

Vorwort

Die heute allgemein gesprochene Deutsche Schriftsprache entstand im sechzehnten Jahrhundert im Zuge der Erfindung des Buchdruck und der dadurch ausgelösten Reformation. Die erste Schriftsprache war in Deutschland die sogenannte sächsische Kanzleisprache. Sprachgeschichtlich läßt sich Deutsch in zwei große Sprachfamilien unterscheiden, nämlich in Niederdeutsch und Oberdeutsch.

Vereinfacht gesagt finden sich Oberdeutsche Sprachen wie Allemannisch, Schwäbisch und Bairisch in der Nähe der Alpen, während sich Niederdeutsche Sprachen wie Niedersächsisch, Holsteinisch, Ostfriesisch Platt, Westfälisch, Märkisch, Plautdietsch, Pommersch, bzw. Angelsächsisch die Nähe zur See (Nordsee und Ostsee) verbindet.

Jedenfalls ist das Bairisch gleichzeitig eine Indogermanische, Gemanische, Hochdeutsche und Oberdeutsche Sprache, die verschiedene Bezeichnungen trägt. Im Kern jedoch ist das Bairische zweifelos eine Keltische Sprache, welche aber stark überlagert bzw. bereichert wurde durch die später in Bayern siedelnden Markomannen, Römer und Langobarden, deshalb läßt sich das Keltische Sprach-Erbe eher in der Sprachmelodie und Sprachgefühl entdecken, als im allgemeinen Wortschatz an sich.

Dialekte in Bayern

  • Boarisch (Mundart)
  • Bayerisch (Bezieht sich auf das Staatsgebiet des Landes Bayern)
  • Bayrisch (Vereinfachte, eigentlich falsche Schreibweise)
  • Bairisch (Altbairisch, Erst ab 1803 napoleonische Schreibweise mit "ay")
  • Bairisch-Österreichisch (Bezieht sich auf den sich überschneidenden Sprachraum des Bairisch-Österreichischen Dialekts, wie zum Beispiel in Salzburg und dem Rupertiwinkel)
  • Waitlerisch oder Woidtlerisch ("Wäldlerisch", Eine Eigenart des Niederbairischen Dialekts, gesprochen nördlich von Passau im Bayerischen Wald)
  • Niederbayerisch (Bezieht sich auf den Dialekt im Regierungsbezirk Niederbayern, Bekannte Sprachvertreter: Der Volksänger Roider Jackl, der Musiker Haindling und der Politiker Hubert Aiwanger)
  • Oberpfälzerisch (Nordbairischer Dialekt nördlich der Donau bzw. nördlich von Regensburg)
  • Fränkisch (Nordbayern, Unterfranken, Oberbranken)
  • Yiddish (יידיש), (Im West-Yiddishen haben sich viele alte Bairische Wörter und Redewendungen aus dem Mittelalter erhalten)
  • Oberbayerisch (Der Oberbayerische Dialekt ist etwas weicher und freundlicher als der Niederbayerische)
  • Münchnerisch (Altmünchnerisch, ein gemütlicher Dialekt des Bairischen. Bekannter Sprachvertreter: Der Komiker Karl Valentin, und der Politiker Franz Josef Strauss)
  • Prinzesserl-Bairisch (Eine Abwandlung des Münchnerischen Dialekts)

Außerdem möchte ich hier noch gerne erwähnen, dass Bairisch kein Dialekt ist, und im UNESCO-Atlas der gefährdeten Sprachen gelistet ist.

Neue einzigartige Bairische Wörtersammlung

Alphabetisch geordnet

Stand am 24.06.2022:
399 Einträge mit 5 Fotos und einem Gemälde

Erinnert, gesammelt und verfasst von Hans Georg Oswald

  1. Apfeh-Kiacheh (Apfel-Küchlein; Geschälte Äpfel werden mit einem Apfel-Locher entkernt und in fingerdicke Ringe geschnitten, die dann in Bierteig getaucht werden und in Butter goldbraun gebraten, und zum Servieren mit Honig bestrichen werden.)
  2. D'Abminischtration (Verwaltung)
  3. Agnus Dei (Religiöses Amulett aus einer ovalen Kapsel bestehend, die an einer Kette um den Hals getragen wird. In der Kapsel befindet sich ein kleines, ca 1 mm breites, quadratisches Stück Bienenwachs von der Original Osterkerze vom Petersdom in Rom. Die Osterkerze symbolisiert den Messias, daher Agnus Dei = Lamm Gottes genannt. In der Hierarchie aller existierenden Reliquien nimmt das Agnus Dei den höchsten Rang ein.)
  4. Da Affnkastn (Fernseher, TV)
  5. agratt sei (akkurat sein, genau sein)
  6. "Da Antonius mog an Fuchzga, und an Fimfa zum nocheweafa." (Der Heilige Antonius in der Basilika St. Anna in Altötting mag einen Fünfzigmarkschein, und zusätzlich ein Fünfmarkstück, damit die Banknote tiefer in den Opferstock fällt. Oma Resi's (Therese) Anweisung in den 1970ern)
  7. D'Arn (die Ernte)
  8. Aungglasl (Brille)
  9. Ausdragla (Bauer im Austrag nach Hofübergabe)
  10. Awad (Arbeit)
  11. aus'weih'n, bzw. Hausweihen (gemeint ist der jährliche Gang durch alle Räume des Hauses einschließlich der Ställe mit Weihrauch am Dreikönigstag zur Weihe des Hauses)
  12. awan (arbeiten)
  13. Babbah-Deggl (Pappkarton)
  14. Bädasui (Petersilie)
  15. Bäial (Pillen, Tabletten)
  16. Barasoi (Birkenpilz)
  17. Barawa (Rücksichtsloser Mensch)
  18. Batzigernu'l (Torte)
  19. D'Bauan'schtum (Die Bauernstube)
    In der Bauernstube in Ranoldsberg.

    In der Bauernstube in Ranoldsberg. Im Bild Links meine Großtante Anni, in der Mitte meine Mutter als Kind, rechts davon meine Oma Resi. Foto: bio-honig.com

  20. An Bauaunschuah äidah (etwas älter; "Bauanschuah" ist ein Längenmaß)
  21. Bäuerin (Die Bäuerin sagt: "Die Blumenwiesen sind so wertvoll, die kann man mit keinem Geld bezahlen.")
  22. Beachtsgon (Berchtesgaden)
  23. Beah ("Bär" = Zuchteber)
  24. Beandreg (Bärendreck, Lakritz)
  25. Beamtenschädl (Betonkopf)
  26. A Biah! (Ein Bier Münchener Helles 0,5 Liter bitte)
  27. Biah-Fuizl (Saugfähige, meist runde oder viereckige Unterlage für das Bierglas, um überschäumendes Bier aufzunehmen, damit die Oberfläche des Tisches nicht klebt, was vor allem beim Kartenspielen wichtig ist.)
  28. Biawah (Pürkwang, Ortschaft)
  29. Bifang (Schmales, durch zwei Ackerfurchen aufgehäufeltes langes Ackerbeet, welches beim Legen von Saatkartoffeln, zum Hopfenpflanzen und Spargelanbau verwendung findet. Technisch wird es heute auf Deutsch "Damm" genannt. Der Damm wird im Kartoffelanbau sorgfältig auf 18 bis 20 cm hochgezogen. Die Dämme verhindern Wachsstumsstörungen in Nässeperioden. Die Ablage der Saatkartoffeln im Damm bringt den zusätzlichen Vorteil, dass bei der Ernte weniger Boden bewegt werden muss, und die Ernte dadurch deutlich erleichtert wird.)
  30. Biffe ( Büffel;  sturer Mensch)
  31. Bifflamott (Boeuf à la Mode, ein in Rotwein gebeiztes und geschmortes Rindfleisch der Bayerischen Küche, Herkunft Frankreich)
  32. Biegauderer (Truthahn)
  33. Blasius-Seng (Blasius Segen; findet einmal im Jahr in der Kirche statt; wer es möchte, dem werden diagonal gekreuzte brennende Kerzen vor das Gesicht gehalten und ein Segen gesprochen speziell zum Schutz vor Krankheiten der oberen Atemwegsorgane.)
  34. Boatzn (Beitza = Wirtshaus für einfache Leute)
  35. Bochforoin (Bachforelle)
  36. Bochratz (Bisam-Ratte)
  37. Böhmischer Jakobsweg (Alter Pilgerweg von Prag über Altötting nach Santiago)
  38. Brodhendl vom Winawoid (Brathähnchen  von Restaurant Wienerwald)

  39. A Broud ("Brot" = Das echte Bauernbrot ein frisch mit langsam mahlender Steinmühle mit Keimling und den 13 Randschichten vermahlenes reines  Roggenmehl, aus dem ein dreistufiger Natursauerteig hergestellt wird, welcher in Weidenkörben zu Broten geformt wird, die in einem Steinofen gebacken werden, der vorher mit Buchenholzglut auf sehr hohe Temperatur gebracht wird. Gewürzt ist das echte Bauernbrot mit Alpensalz, ganzem Koriander und ganzem Kümmel. Man hört, wenn das Brot im Ofen fertig ist, wenn man mit auf das Brot klopft, und es hohl klingt. Die unter Brotkruste darf ruhig etwas angebrannt sein und kleine Buchenholzkohlenstücke enthalten. Das zeigt dann die Echtheit des Holzofenbrotes an.)
  40. Broud Subb'm (Legendäre Brotsuppe aus Rinderbrühe, feingeschnittenem alten Roggen-Natursauer-Holzofenbrot, fein gehackten Zwiebeln, ganzem Kümmel, grobem Pfeffer und Salz, sowie fein gehacktem Schnittlauch.)
  41. Bruada-Kohnrad-Fuim (Bruder-Konrad-Film; Schwarz-Weiss-Film des Altöttinger Marienwerks, welcher die Heiligsprechung des Heiligen Bruder Konrads zum Inhalt hat. Bruder Konrad war Pförtner des Sankt-Anna-Kapuziner-Klosters in Altötting, und wurde in den dreissiger Jahren heiliggesprochen. Vor seiner Berufung war er Bauer des Venushofes im Rottal. Bruder Konrad war ein Volksheiliger im wahrsten Sinne des Wortes, und war für seine Fürsorge für Arme bekannt.)
  42. Bruada Kohnrad Wossah (Bruder Konrad Wasser; Heiliges Wasser aus dem Bruder Konrad Brunnen zur Sankt-Anna-Kirche in Altötting, welches zur Linderung von Augenleiden und allgemeiner Erleuchtung Anwendung findet. Es wird in besonderen, von Kapuziner-Patern geweihten Flaschen aufgefangen und zusätzlich im Rahmen eines Weihegottesdienstes von Patres gegen eine Spende geweiht)
  43. Bualeh ("Bübchen" Name Kaltblut-Arbeitspferd)
  44. Budamäjch (Buttermilch)
  45. Buidoog (Zugmaschine, Schlepper)
  46. Buuzhadern (Putzlumpen)
  47. Da Imbb (Der Bien, das Bienenvolk)
  48. D' Amigos (csu)
  49. Da Brai (Der Bräu, der Brauer)
  50. Da Dandla (Hotel zur Post, Altötting. Gehörte ehemaligen Finanzminister Gerold Tandler, jetzt neue Besitzer)
  51. Da Dempfa-Klan (Der Denver Clan, Amerikanische Fernsehserie der Achtziger)
  52. Da Doafbeck (Der Dorfbäcker)
  53. "Da Lehrer hod eam a Datz'n ge'm" (Der Lehrer hat ihm zur Strafe mit dem Lineal oder Zeigestock auf die Handinnenseite einen sehr schmerzhaften Hieb versetzt, der eine brennende rote Strieme auf der Haut hinterlassen hat.
  54. Damv-Nu'll (Dampfnudeln; legendäre österreichisch-bayerische Mehlspeise)
  55. Dausand Mahrg (Tausend Mark)
  56. Daxn (Zweige, Dieses Bayerische Wort ist eindeutig keltischen Ursprungs.)
  57. "Deama Blockies vahaun? (Wollen wir die Kinder vom Wohnblock verhauen?)
  58. "Deama Telefonkasten obglappern?" (Beschreibt Absuchen der Telefonhäuschen nach heruntergefallenem Kleingeld.)
  59. Deah schiabt mim Hiarn ooh! (Der schiebt mit dem Hirn an - Er schafft es, schnell schwierige Aufgaben zu bewältigen)
  60. Do hogga dee do de woo oiwei do hogga. (Da hocken die da, die wo immer da hocken) Name eines Stammtisches im Gasthaus Josef Landendinger, Tollbach, Markt Siegenburg
  61. Dengebog (Dengelbock, ein Hackstock, in dem dein Dengelamboss zum Schärfen von Sicheln und Sensen steckt)
  62. Dengehammer (Speziell geformter Hammer zum Dengeln von Sicheln und Sensenblättern)
  63. Dengeamboss (Mini-Amboss zum Einschlagen auf einem Hackstock, auf dem Sicheln und Sensen gedengelt werden)

    Erntepause auf dem Getreidefeld.

    Ruhepause bei der Getreideernte in Ranoldsberg. Vorne links ist der Loher Stiefvater meiner Oma zu sehen. Rechts außen der Halbbruder meiner Oma, der Loher Schorsch (später Altbürgermeister und Ehrenbürger von Buchbach). Hinten links mit Hut die Magd Liese ("Lisi"), die später mit 95 Jahren mit dem Bundesverdienstkreuz für 70 Jahre treuen Dienst als Magd geehrt wurde. Rechts hinten mit Hut meine Großtante Marerl, die Älteste unserer Familie (98 Jahre).

  64. Deh kean oisamt in an Sog nei gsteggd und mi'm Briegl nauf g'haut bis se nix meah riad. (Ausspruch der Politikverdrossenheit)
  65. Den hobeh ned im Greitz (Den habe ich nicht im Kreuz = Dem wäre ich in einer Rauferei unterlegen)
  66. "Dehs ghead ei'glohst." (Das gehört eingeglast = Es gehört eine Glas-Scheibe eingesetzt.)
    Der berühmte Glasmaler Zettler mit seinen beiden Söhnen im Atelier.

    Der Gründer der Königlich Bayerischen Hofglasmalerei Franz Xaver Zettler mit seinen beiden Söhnen Franz Zettler und Oskar Zettler im Glasmalerei-Atelier in München um ca. 1910

  67. "Dehs hod an Deifeh g'seng."  (Das hat den Teufel gesehen. Das sagt man, wenn in einer Angelegenheit der Wurm drin ist.)
  68. Debb'm-Haufah (Deppenhaufen = Drastische Kritik an der Politik)
  69. Doh griagst ja Freesch im Mong (Davon bekommst Du ja Frösche im Magen = Scherzhafter Ausdruck wenn jemand Wasser anstatt Bier trinkt).
  70. Doh feit se nix (alles okay)
  71. Doikad (ungeschickt)
  72. Do is griawe (Hier ist' gemütlich)
  73. Domois, ois da Adeh no wohr. (Damals, vor 1945).
  74. Donisl ( Legendäre Gastwirtschaft am Münchner Marienplatz)
  75. Drack (Frechdachs)
  76. Deamah d'Leit drah'zn?" (Wollen wir Leute ärgern, zum Beispiel mit einer Münze oder einem Geldbeutel, der an einer Angelschnur hängt, und vom Fenster herab auf den Gehsteig herabgelassen wird. Wenn sich dann jemand danach bückt, wird die Münze oder der Geldbeutel langsam oder schnell weggezogen.
  77. Des besde Biah ham'ma mia in da Holladau, aba mia kemman ned zum sauffa, wei'ma oiwei so vui Arwad mid da Birograttie ham. (lustig)
  78. Dreeghammeh (Dreckhammel, Bezeichnung für rücksichtslose Person. " Der Dreghammeh hod mi b'schissn.)
  79. drendt (da drüben)
  80. Dringds no! (Keine falsche Bescheidenheit bei den Getränken!)
  81. Droadboon (Getreideboden zum Trocknen und Lagern von Getreide)
  82. Drugana'Nu'l (Trockener Kuchen)
  83. Dua an Schroa, wenns so weid is. (Melde dich lautstark, wenn es Zeit ist.)
  84. diffisiel (schwierig)
  85. Eabeah (Erdbeeren)
  86. Eadepfe (Erdäpfel, Kartoffeln)
  87. Eah is in d'Fremdnlegion beitree'n, und hod si dann in Fuaß gschoss'n, dass er wieda aussaderfa hod. (Er ist der Französischen Frendenlegion beigetreten, und hat sich in den Fuß geschossen, um wieder heraus zu kommen.)
  88. ebs (etwas)
  89. Eem voi (randvoll)
  90. eihoween (Kraut einhobeln: "Mia dean seiwah Graud eihoween." = Wir machen unser Sauerkraut selbst.)
  91. Emmendaler (Drei Monate gereifter Bergkäse mit Löchern, vom Laib geschnitten, gesalzen und gepfeffert zum Bier; "Do hob I an Emmendaler fir'n ganz'n Disch b'schdäid, aba noch'n erst'n Bladl hod koana mehr oan g'nomma, wei's a foischah, viereckada Emmendaler wor, der koam g'schmeggd hod; und de grousse Brez'n wor a Doag-Batz'n.)
  92. endtadrendt (ganz da drüben oder weiter drüben)
  93. Da oid Erber hod oiwei Rörnhos'n drong. ("Der alte Erber-Bauer hat immer Röhrenhosen getragen." = Mein Urgroßvater väterlicherseits, der Bauer des Erber-Gütls bei Altötting besass angeblich das erste Fahrrad im Landkreis Altötting, und trug deshalb immer Röhrenhosen, damit die Hosenbeine nicht in die Fahrradkette gerieten; dieses Kleidungsstück war sein Markenzeichen als Fahrrad-Pionier. Er war auch sehr groß und schlank und mit seinem Fahrrad eine auffällige Erscheinung der modernen Zeit in Altötting.)
  94. Er hod se mim Ferrari darennt. (Er ist mit dem Ferrari verunglückt)
  95. Er hod an Schnagglhax (Er humpelt)
  96. Er hod Schleifbabbier (Er hat Alzheimer)
  97. Er'is'wia'sie'is Sie'is'wia'er'is (Sie sind sich beide sehr ähnlich)
  98. Er greid's'Sach no aus da Aschndonn aussah. (Er kann alles brauchen. Er staubt gerne Sachen ab.)
  99. Er kohn ah nuah mid oam Leffeh ess'n (Er kann auch nur mit einem Löffel essen = Er kocht auch nur mit Wasser)
  100. Esst's no! (Greift zu und esst alles auf, keine falsche Bescheidenheit!)
  101. Sie is Soiz in da Subb'n ned weadt. ("Sie ist das Salz in der Suppe nicht wert" = Sie erbringt keine Leistung)
  102. D'Fleez (Gepflasterter oder Gefliester Mittelgang zwischen Wohn und Stallbereich)
  103. A Foroin (Eine Forelle)
  104. Fratzen (Böse Kinder)
  105. "Fräulein! Bringens's mir a Maß Salvator und keinen Leberkäs dazu. Aber recht heiß soll er sein!" Spruch von Karl Valentin, Münchner Komiker.
  106. Freibierletschn ("Freibiergesicht" = Schmarotzer)
  107. Fredter (Bauer mit geringen Mitteln)
  108. Freindtall (Anrede, "Freundchen"; "Freindtal, glei ruck ma zamm!" = Letzte Warnung! )
  109. fuxdeifeswuid ("I weah glei fuxdeifeswuid")
  110. Fuizbandoffe (Filzpantoffel, Hausschuhe)
  111. Gähd wos ? (Fragt man den Fischer. Antwort: Ja, da Wind!)
  112. Gäibsemf (Gelber Acker-Senf; "Gäibsemf vadrohgd seh mim Rabbs ned!"
  113. Gegg'nsach ("Des ies a Gegg'nsach!" Etwas Extravagantes zum Essen oder Anziehen für Jecken oder Gecken.)
  114. Glei scheng I da oaneh eih! ("Gleich schenke ich Dir eine Halbe ein." = Gleich bekommst eine eine Watsch'n/Ohrfeige!)
  115. Glezn (Getrocknete Birnen, Dörrbirnen)
  116. Gloahaisla ("Kleinhäusler" = Landmann mit Anwesen auf dem Lande und Kleinviehhaltung, z.Bsp. Milchziege, Schwein, Hühner, Gänse, allerdings ohne Rinder, Schafe oder Pferde)
  117. Gmias (Gemüse)
  118. D'Gmoa (Die Marktgemeinde)
  119. Gnedlwasser (Knödelwasser; Erläuterung: Scherzhafter Ausdruck für klare, hochprozentige Spirituosen wie zum Beispiel Korn oder Aquavit)
  120. Da oide Gnogler wor a Schwoaga. (Ein Schwaiger war ein Bauer auf einer Schwaige. Eine Schwaige war ein Milchviehhof mit Käseherstellung und Gemüseanbau, welcher seine Adligen oder Kirchlichen Besitzer mit frischer Milch , Käse, Wachs, Honig, und Gemüse versorgte, teilweise als jährlich festgelegte Abgabe)
  121. Goaß-Maßß (Dunkles Bier mit Cola und Edelkirschlikör)
  122. Gobehwendtah (Gabelwender mit 4 oder 8 Gabeln mit Bodenantrieb zum Heuwenden)
  123. Goiwe Ruam (Gelbe Rüben, Karotten)
  124. Gomoing ( Guten Morgen)
  125. Goodan (Hühnerdichte Gatter-Türe aus Holzgitter zum Stall)
  126. Grachal (Limonade; "Mogsd a weiss' oder a gäibs Grachal?" = Möchtest Du ein Zitronenlimo oder ein Orangenlimo?)
  127. Graddla (Kommt von Kratt'n = Kraxn und ist eine herablassende Bezeichnung für verwahrloste Menschen. Ursprünglich waren damit Tiroler gemeint, die mit Handkarren und Rückentragen weite Wege zurücklegen mußten, um ihre selbst produzierten Waren in Bayern feilbieten zu können, also frühe Direktvermarkter.)
  128. Da Graffeh-Doneh (Der Geraffel-Toni, Bauer mit viel Gerümpel auf und um den Hof herum)
  129. D'Greed (Der durch alte Ziegelsteine gepflasterte trockene Umgang ums Bauernhaus unter dem Dachüberstand)
  130. Da Greh'moah war a a Schwoaga. (Der Gredmaier war auch ein Schwaiger = Ehemals Herzogliche Milchvieh- und Gemüsebauern im Landshuter Westen)
  131. Grahchal ("Kracherl" = Limonade oder Brause)
    Im Garten im Liegestuhl eine Brause geniessen.

    Im Bauerngarten liegen und eine Erfrischung geniessen. Mein Großvater Edi mit Tochter Roswitha (meine Mutter). Foto: bio-honig.com

  132. Gribbäh (Krüppel = Sohn; "S'Gribbäh gfei is wegga gwen." = Der Sohn ist ausgegangen.)
  133. D'Grouskopfert'n (Die Großkopferten; Politiker)
  134. Gscheadah Hammeh ("Gescherter Hammel" = Grober und rücksichtsloser Mann)
  135. Da Großvottah hod hoid oiwei so dahie'-grant'ld." (Der Großvater hat halt immer so dahin-gegrantelt/ vor sich hin geschimpft)
  136. Da Groußvodta is in da Bauan'schtu'm aufbahrt gwen, und da Edi woidt eam no an Brezn-stinge ge'm. Ja des war ebs bei uns friara. (Des Großvaters Leichnam ist in der Bauernstube aufgebahrt gewesen, und der kleine Edi wollte ihm noch ein Stück Breze in den Mund geben. Ja, da war immer etwas los bei uns früher.)
  137. Griaßdigod (Es grüße Dich Gott bzw. Gott lasse sein Angesicht über Dir scheinen. Erläuterung: Zeile aus dem  ursprünglich Jüdischem Priestersegen, mit dem die Jüdischen Kohanim im Tempel in Jerusalem das Volk segneten. Später vom Christentum übernommen.)
  138. Gschafdlhuaba ("Geschäftiger Huber" = Wichtigtuer)
  139. Gscheidhaferl ("Weisheits-Becher" = Besserwisser)
  140. Gscheidheitsvawoiter (Weisheits-Verwalter" = Besserwisser)
  141. g'schbasseh ("spassig"= lustig)
  142. G'schwatziga (Geschwätziger Mensch)
  143. Gschwoine (Geschwollene, Wollwürste, Bratwürste aus Kalbsbrät)
  144. guadah Moh (Anrede; "Bas a moi auf, guadah Moh, bring uns glei amoi 10 Maß, uns dirscht.")
  145. Guad eigsamd ("Gut eingesäumt" = Ein Reicher)
  146. Guck-Kasten (Ein primitiver Vorläufer des Fernsehers, bestehend aus einer sich drehenden Walze mit vorbeibewegenden verschiedenen beleuchten Dias, die durch die Bewegung zu einem einfachen Film werden.)
  147. A Gwand aus Brennessel-Stoff (Ein Kleidungsstück aus Brennessel-Stoff; zur Kriegszeiten in WWII)
  148. Gwasch ( "Gewäsch", Cola-Mix, Spezi)
  149. Habts'es scho gheingt? (Habt ihr schon Heu eingefahren?)
  150. A Hogebuachanah ("Ein aus Hartholz Geschnitzter" = Ein hartherziger, grober Mann)
  151. Hagg'schdohg (Hackstock zum Brennholz klieben oder spalten)
  152. "Hams Di mit Graftfuada gfuadad?" (Haben Sie Dich mit Kraftfutter gefüttert? Scherzfrage an hochgeschossene oder athletische Jugendliche)
  153. Hans bleib doh, Du woast ja ned wia's Wedah wead, Hans bleib doh! (Liedzeile, mit dem die betreffende Person vom Aufbrechen vom Stammtisch abgebracht werden soll)
  154. Hans Moser (Österreichischer Volksschauspieler 1880-1964, in Altbayern und bei meiner Oma sehr beliebt durch seinen Wiener Dialekt)
    In der Bauernstube.

    Meine Mutter als Kind, sowie mein Opa und Oma in den Vierziger Jahren.

  155. Han'seh (Hansi)
  156. haude beinand (krank)
  157. A Häüihs bidde. (Ein Helles bitte.)
  158. Hau Ooo!! (Sagt man jemand beim Karpfenfischen, wenn ein Karpfen angebissen hat)
  159. heid o'md (heute abend)
  160. Heifdagod! (Gesundheit! Sagt man nachdem jemand niest. Antwort: Dangscheh!)
  161. Heigowe (Heugabel mit 3 Zinken)
  162. Heinga (Heubereitung)
  163. Heima (Heuma, Sternrechnen-Heuradschwader mit Bodenantrieb)
  164. A dirra Heita ("Häuter" = Ein Pferd aus Haut und Knochen)
  165. Hei wendtn (Heu zum trocknen wenden mit dem Gabelwender)
  166. S'Hehnamensch (Das Hühnermensch, Magd mit Zuständigkeit für die Hühnerhaltung)
  167. herendt (herüben)
  168. Hiawan (Hürba, Alte Hütte, vom Hebräischen חורבה abgeleitet, das Ruine bedeutet)
  169. S'hod a gschmaggeh. (Es hat einen faden Beigeschmack. Es ist etwas faul bei der Sache.)
  170. hindta-leiteh (schattig, oder auch im übertragenen Sinn rückständig)
  171. Hintapfuideife (Imaginärer Ort, hässliches Dorf)
  172. D'Hoamad (Die Heimat; gemeint ist der Bauernhof, auf dem man aufgewachsen ist, mit allen Tieren, Feldern, Wegen, Wäldern, Wiesen und natürlich auch den dort lebenden Menschen mit Ihrer Art und Weise zu leben und zu sprechen.
  173. Hobt's es koaneh Bett'n? (Sagt der Schankwirt, wenn er müde ist, und die Stammgäste zum Heimgehen bewegen will.)
  174. Hollerdauer Weiswiaschd (Hallertauer Weiswürste sind etwas kleinere Varianten der Münchner Weiswurst)
  175. hoid aah (weil es eben so ist)
  176. Ho'm, so'ng d'Schwo'm. ("Haben, sagen die Schwaben". Sagt man, wenn jemand etwas leihen will, man aber den betreffenden Gegenstand selbst nicht hat.)
  177. Hombo (Hornbach)
  178. Hopfa ausbutzn (Die Anzahl der Haupttriebe der Hopfenpflanze auf drei reduzieren)
  179. Hopfa-Darr (Hopfendarre; turmartiges Bauwerk und Einrichtung zum Trocknen von Hopfen mittels heißer Luft, die durch einen Ofen erzeugt wird).
  180. Hopfa odrahn (Die Triebe um die Drähte drehen)
  181. Host a Irxenschmoiz? (Hast Du Kraft, oder hast Du kräftige Schultern?)
  182. Host meh!? (Verstanden!?)
  183. Howe-Schoadt'n (Hobelscharten)
  184. D'Huanaussn (Die Hornissen)
  185. Hubsi (Hubert)
  186. Hundsgribbeh (Hundskrüppel, Böser Knabe)
  187. hundt'ln (Schwimmen wie ein Hund)
  188. Jaga-Mass ("Jäger-Mass" = Ein 1,0 Liter Masskrug, gefüllt mit 0,5l Weissbier und 0,5l Sekt)
  189. Jiatz glangds! (es reicht)
  190. I bi afm Ogdobafest z'Minga gwen, un um eife san de Zäita scho ibergloffah gwen. (Ich war am Oktoberfest in München, und um elf Uhr waren die Bierzelte schon überfüllt).
  191. I bi etzad schdog-narrisch. (Ich bin jetzt richtig wütend.)
  192. I brings ned aus'm Mei! (Ich bring es nicht herunter - Speisen mit fadem Geschmack)
  193. I fohr an Benz. ( Ich fahre einen Mercedes.)
  194. I gäh ins Hoiz (Ich schlage Brennholz im Wald)
  195. I han gnarzt. (Ich habe ein Nickerchen gemacht)
  196. I hau deh iwatiwah! (Ich haue Dich gleich um!)
  197. I heah nix! (Ich höre nix! Ruft man als Meister, wenn es in der Werkstatt auffällig ruhig ist, und der Verdacht besteht, dass die Gesellen eine ruhige Kugel schieben wollen.)
  198. I hob denkt... (Sagt der Lehrbub, wenn etwas schief gelaufen ist. Antwort: Du soist ned denga, lohs de Oxn dengah, deh ham grässere Kepf wia Du! = Du sollst nicht denken; lass die Ochsen denken, die haben größere Köpfe als Du!)
  199. Eah losst an Heagod an guad'n Moh sei. (Er ist mit Gott und der Welt zufrieden, und läßt sich nicht zur Arbeit antreiben)
  200. "Do hob I no a boh scheene Heagodt'ln" (Da habe ich noch an paar schöne Kruzifixe, sagt der Holzschnitzer)
  201. I lohs eich schrei'm bis eich de Finga grachan! (Ich lasse euch schreiben bis euch die Finger krachen; Häufiger Ausspruch meiner Lehrerin in der ersten und zweiten Klasse Grundschule. Heute bin ich ihr dankbar dafür, denn ich habe ihren Schönschrift-Schreibstil kopiert und bis heute beibehalten. Der Grundstein meiner Freude am Schreiben wurde damals gelegt.)
  202. D'Imbm (Die Immen, die Bienen)
  203. Imbbarah (Imker)
  204. "I muas hoam zu meine Bullogs" (Ich muss heim zu meinen Traktoren)
  205. Inglstohd (Stadt Ingolstadt)
  206. "Imuasamoi " ( Ich muss mal pinkeln)
  207. I schlof iatz mein Rausch aus. (Sagte man früher beim Abschied vom Stammtisch nach vier oder fünf Halben Bier)
  208. Juchäh (Speicher)
  209. Kaboin ( Kapelle, Altöttinger Gnadenkapelle)
  210. Kachee'ofa (Kachelofen)
  211. Kadoffegnell ( Kartoffelknödel)
  212. Kaffääh (Kaffee)
  213. Kaffääh-Hahfal (Kaffee-Tasse)
  214. Kadoffesolod (Kartoffelsalad)
  215. A ob'brochanah Kam'peh, a rostiga Nog'l und a Stiggal Schnuah keman zu Reichtum. ("Ein abgebrochener Kamm, ein rostiger Nagel und ein Stückchen Schnur kommen zu Reichtum." Soll heißen: Wer die kleinen, scheinbar wertlosen Gegenstände wertschätzt, wird zu Reichtum gelangen. Motto meiner Großtante und Devotionalien-Ladenbesitzerin Maria Gschöderer. Sie bügelte sogar Plastiktüten vor der Wiederverwendung. Abwandlung des Deutschen Sprichwortes: "Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert."
  216. Des Kannapäh is kommod. (Dieses Sofa ist bequem.)
  217. Kasloawe (Käseleib; Blasser Mensch)
  218. Da oide (Bauan)-Kast'n (Mit religiösen Motiven alter bemalter Bauernschrank = Kleiderschrank)
  219. Kawenzmann (großes Kaliber bei Werkzeug oder bei Karpfen)
  220. Keferloher (Bierkrug-Original, bzw. meist Masskrug aus Steinzeug mit Salzglasur in der Grundfarbe grau-beige, mit königsblauem Logo oder Schriftzug, oft auch mit Zinndeckel)
  221. D'Kiach vo auss'n, d'Beag vo unt'n, unn's Wirtshaus vo innen! ("Die Kirche von außen, die Berge von unten, und das Wirtshaus von innen."  =Altmüncherische Lebensweisheit)
  222. Kittel (Arbeitsmantel)
  223. Kinäs ("Chinese" = Weizenbier mit Apfelsaftschorle)
  224. Kramalon (Krämerladen, Dorfladen)
  225. Koanmandl (Zum Trocknen aufgestellte Getreidegarben)
  226. Koim (Jungkuh)
  227. Koima (Jungkühe)
  228. Köllöm (Stadt Kelheim)
  229. Die Königstreuen (Anhänger von König Ludwig II von Bayern)
  230. Korea-Maßß (Helles Vollbier mit Zitronenlimo und einem mit Eckes Edelkirsch gefülltem Schnappsglas, das am Boden in dem Masskrug steht.; auch Laternenmaßß genannt)
  231. Lalut (Landshut)
  232. "Des Landshuata Biah is siaslad, des Holladauer Biah is frisch und hopfig" ( vom vielen Grünhopfen im Bier, zumindest früher)
  233. Lambbeh (Lämmchen; "Er is koa Moh, er is a Lambbeh" = Er setzt sich nicht durch, zeigt kein Rückgrat.)
  234. Lanzad (Landshut =  Die Stadt Landshut im modernen Landshuter Dialekt)
  235. Laternen-Maßß ((Helles Vollbier mit Zitronenlimo und einem mit Eckes Edelkirsch gefülltem Schnappsglas, das am Boden in dem Masskrug steht.; auch Korea-Maßß genannt)
  236. Z'Lauterbo (In Oberlauterbach)
  237. D'Lautabecka (Die Oberlauterbacher)
  238. S'Leckmiamoschgfui ("I hobs Leckmiamoschgfui"; Mir ist alles egal.)
  239. "D'Lehrerin hod eam an de Hohr vom Stui owazong" ("Die Lehrerin hat ihn an den Haaren vom Stuhl heruntergezogen")
  240.  D' Lohban (Die Laaber, ein Fluss zwischen Landshut und Regensburg)
  241. De Loata is ja no vom Hindenburg. (Das ist eine sehr alte Leiter.)
  242. S'Lobahdoih (Das Laabertal)
  243. D´Lod'nmandt'l ma'schiann wieda (Die Lodenmäntel marschieren wieder = Scherzhafte Warnung, wenn Leute in dunklen Lodenmänteln nachts auf dem Heimgang von der Kirche eine Gefahr für sich und den Autoverkehr darstellten)
  244. Londshuat ( Landshut = Die Stadt Landshut im altbaierischen Dialekt).
  245. Lous (Zuchtsau)
  246. luachdeh (leuchtend, im übertragenen Sinn auch staubig, bei dunklen Kleidungsstücken)
  247. Lump'n'gsindl daherglaffas (Abwertender Ausdruck für Schnorrer)
  248. Lummerschdaf (Ludmannsdorf)
  249. Lusad (heimtückisch, unentschieden, suchend; "A lusads Wedah")
  250. Lusad beinand (Eine Krankheit ausbrütend.)
  251. Lus amoi (Hör mal)
  252. Mäih-Schbeis (Mehlspeise)
  253. Marchinger Drosselfels (Außergewöhnlich witterungsbeständiger Kalkstein aus dem Landkreis Kelheim, welcher aus einem urzeitlichen Korallenriff entstand).
  254. Marchstoa (Grenzstein)
  255. Mardtall (Feldkreuz oder Gedenkstein am Wege)
  256. Mei, bist Du a armah Deifeh! (Ausdruck des Mitleids)
  257. Meiwei (Meine Frau, spricht der Bauer)
  258. Mia miassn ausmistn (wir müssen den Stall ausmisten)
  259. Mia miass'n umdisponiern (Wir müssen die Angelegenheit verschieben)
  260. Mie hungad! (Mich hungert's)
  261. Mi diaschd, diaschd, diaschd!!! (Ausruf großen Durstes, wenn die Bedienung im Wirtshaus auf sich warten läßt)
  262. Mi hams heid gscheid g'rupft. (Mir wurde heute viel Geld abgenommen.)
  263. Mille-Bitsch'n (Milchkanne)
  264. D'Mineschtrandtn (Die Minestranten, die römisch-katholischen Altardiener)
  265. D'Mingara (Die Münchner)
  266. Min-gah (München, siehe auch: Minschn)
  267. Min-schn (München, siehe auch Mingah)
  268. Mirk da des (Merke dir das)
  269. Mistgowe (Mistgabel, 4 Zinken)
  270. Moahbuag (Hopfenmetropole Mainburg im Herzen der Hallertau, Stadt am Flüsschen Abens mit 15.000 Einwohnern, Landkreis Kelheim, Bezirk Niederbayern. Bekannt ist Mainburg auch durch den Gallimarkt, des Erntedank- und Oktoberfestes der Hallertau, welches seit 1397 gefeiert wird. Es besteht aus Geflügelschau, Hopfenfachmesse, Landmaschinen- und Gewerbeschau und Volksfest.)
  271. Modóhr (Motor)
  272. Modóhr-Sohg (Motorsäge)
  273. Mogst a boh Schleg? (Willst Du Schläge?, Aufforderung zur Rauferei)
  274. Mohgsd an Kedscha? (Magst Du Ketchup dazu?)
  275. moicha (melken)
  276. Mongdratzah (Keine richtige Mahlzeit, nur Kleinigkeit)
  277. Nedamoi am Scheisheisl hod ma sei Ruah. (Störung auf der Toilette)
  278. Ned Hudln (Nicht unkonzentriert tätig sein)
  279. Neifing (Neufahrn in Niederbayern)
  280. Nest (Übernachtungsmöglichkeit; "Habts a Nest fia mi?")
  281. ne'woh'ned? (nicht wahr, nicht?)
  282. Nix-ho'm is a gmiatlichs Hauswes'n. ("Nichts haben ist ein gemütliches Hauswesen" = Wenig Besitz, wenig Sorgen)
  283. Noagal-Sepp (Imaginäre Person, welche die Bierreste in Krügen zusammenschüttet und trinkt. "Lohs dehs fia'n Noagal-Sepp!" - Sagt man, wenn jemand zögert beim Aufbruch, weil sich noch ein Rest Bier im Glas befindet.)
  284. Nu'll-Woigler (Nudelholz)
  285. Oahsidl ( Einsiedler oder Klausner; Erläuterung: Im alten Baiern gab es nicht nur viele Klösterliche Gemeinschaften, nein, es gab auch Einsiedler und Einsiedlerinnen, wie zum Beispiel in der Klause in Pfeffenhausen. Die Klausner oder Klausnerinnen lebten immer allein im Wald oder auf einem Berg bei oder in einer hölzernen Wahlfahrtskapelle oder hölzernen Filialkirche, welche sie selbst unterhielten und manchmal auch selbst erbaut hatten. Die Bevölkerung kam zu den Klausnern und Klausnerinnen, um sie mit Lebesnmitteln und Spenden zu unterstützen und im Gegenzug  Rat und spirituelle Hilfe in Angelegenheiten aller Art von den Klausnern zu erhalten. Meist waren die Klausner keine Kleriker, sondern Laien, und dadurch volkstümlicher und zugänglicher.
  286. oa'schichteh (einschichtig, alleinstehend)
  287. Er hod aah obgseaveds Oba-Ledah. (Er hat ein abgeschliffenes Oberleder =  Er war wieder einmal betrunken, und mußte von zwei Kumpanen nach Hause geschleift werden. Deshalb ist das Oberleder seiner Schuhe abgewetzt.)
  288. Ob'schbui'lumpm (Abspüllumpen)
  289. O'drahda Hodalump (Gauner)
  290. Oid'eding (Altötting, Wallfahrtsort)

  291. Ofa'dirl (Ofentüre aus Gusseisen)
  292. Ohswoid (Oswald)
  293. D'Oidn Rittersleit (Trinklied)
  294. O'll-Fassl (Odelfass, Jauchefass)
  295. O'll-Gruam (Odelgrube, Jauchegrube)
  296. D'Omoassn ( Die Ameisen)
  297. Omschbeag (Abensberg; Kleinstadt im Landkreis Kelheim, Niederbayern; Bekannt durch das Gillamoos Volksfest, welches Anfang September stattfindet, mit dem Hofbräuzelt, dem Härteis-Festzelt, der Kuchlbauer-Festhallte und dem historischen Festbereich "Oida Gillamoos"; zudem gibt es einen politischen Frühschoppen fast aller Parteien, Holzsäge-Wettbewerb, Dirndl-Königinnenwahl und Gillamoos-Trachtenzug mit 3000 Trachtlern und Prunk-Pferdegespannen)
  298. Opfeh-Schtrudl (Apfelstrudel)
  299. Oxn'fiesl (Stecken zum Treiben von Ochsen, aber auch zum austreiben von unerwünschten Personen)
  300. D'Pfeffahausara (Die Pfeffenhausener Bürger)
  301. Pfiagod (Behüt Dich Gott)
  302. Pils-Tulpe (Das für ein Pilsener typische Bierglas in Tulpenform mit Stiel. Das Bier Pilsener Brauart wurde von einem Passauer Braumeister erfunden)
  303. Ponzauner Wigg (Mein Lieblings-Dichter in Bayerischer Mundart, dem ich bei einer Dichterlesung im Rahmen einer Weihnachtsfeier in der Landwirtschaftsschule in Mühldorf am Inn persönlich begegnen durfte. Einige von ihm signierte Bücher finden sich in meiner Büchersammlung: "Bauernbrot", "Herzhaft g'sagt" u.v.a.m.)
  304. A Priasta-Fleisch (Ein Priester Fleisch, ein besonderes gutes Stück Rinder-Braten)
  305. A Rallah (Ein Radler, 0,5l, Gemisch aus weißem Zitronenlimo und hellem Bier)
  306. Rap (Rabe)
  307. Rauhbaischl (  Reisigbündel zum Feueranzünden ; Bei der Durchforstung von Hecken und Gehölzen wird das Knüppelholz mit einer leichten, einhändig geführten Axt entastet. Das dabei anfallende, etwa  fingerdicke feine Astwerk wir zu einem Bauschen (daher der Name) zusammengefasst und in einen Apparat eingespannt, welcher aus einem Hackblock besteht, der ein Scharnier besitzt, an dem ein halbkreisförmiger geschmiedeter Bogen angebracht ist, der das Rauhbaischl festhält und fixiert. Der Umfang  des geschmiedeten Bogen entspricht in etwa der Größe der Ofentüre. Dann wird mit einem Wiedmesser ( ein großes, spezielles Messer mit einer sehr breiten Klinge von ca. 20cm Höhe)  das Rauhbaischl auf die Ofenlänge auf beiden Seiten eingekürzt, und das Rauhbaischl mit Bindegarn oder gewässerten Weidenbaum-Flechtruten zu einem praktischen Bündel geschnürt. Diese Bündel werden dann im Speicher aufgestapelt zur Trocknung, und machen das Anzünden  des Ofenfeuers sehr leicht und einfach, da das Rauhbaischl der ideale Anzünder für Feuerholz oder Kaminholz ist.
  308. Rauschgwand (Bestehend aus weit geschnittenem Bauernhemd, bequemer Lederhose mit breitem Gürtel, sowie geschnürten Wanderstiefeln)
  309. Rauschkugel (Person mit Hang zum Rausch)
  310. Reichahoi (Reichenhall)
  311. Des wor'n Reisch! (Das waren Räusche!)
  312. Reng'bong'foroin (Regenbogenforelle)
  313. Renngoas (Renn-Geiß, rastlose Person)
  314. Rengschburger (Regensburger; Kurze dicke Brühwürste mit Majoran)
  315. Ressal b'schlong ("Rösserl mit Hufeisen beschlagen" = Mundart Kinderlied für Kleinkinder, bei dem das Einschlagen der Huf-Nägel an den Fusssohlen lustig mit den Fingerspitzen nachgeahmt wird, was kitzelt und für Unterhaltung sorgt.
  316. Road'aung (Rotauge, Süßwasserfisch, Weissfisch)
  317. A roggas Loawe (Eine Roggensemmel)
  318. Roider Jackl (Legendärer Bayerischer Volkssänger, Gstanzlsänger, Dichter und Komiker aus Weihmichl bei Landshut.)
  319. Roude Ruam (Rote Rüben)
  320. Roumbuag (Rottenburg an der Laaber)
  321. Rossara (Pferdehalter)

    Frau auf Pferd in schwarzweisser alter Aufnahme.

    Meine Großtante Maria Loher zu Pferde in Ranoldsberg in den Vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Foto: privat. Scan: bio-honig.com

  322. Ross-Narrische (Leidenschaftliche Pferdehalter)
  323. Ruamkäiah (Rübenkeller; F: "Wie war'n nachad de Musi im Festzäit afm Voiksfest? A: Wia wenn a Aff' in am Ruamkäiah zwoa laare Bleechbixn oiwei zamma stääst, und a bläds Gschau dazuah macht!")
  324. Rudl (Rudolf)
  325. Ru'll ( Rudolf)
  326. Rupertiwinkel (Mit Rupertiwinkel wird ein Territorium bezeichnet, das sich über Teile der Landkreise Altötting, Traunstein und Berchtesgadener Land erstreckt. Der Name nimmt Bezug auf den Salzpatron, den Heiligen Rupert. Landwirtschaftlich war das Gebiet über 1000 Jahre lang die Kornkammer des Erzstifts Salzburg im Heiligen Römischen Reich. Ab 1803 wurde das Territorium dem Königreich Bayern zugesprochen. Das Privileg der Verwendung des Namens "Rupertiwinkel" wurde dem Gebiet zugestanden, um die historische Verbindung zu Salzburg und Österreich in der ansässigen Bevölkerung weiterhin lebendig in Erinnerung aufrecht erhalten zu können.  In Waging am See findet sich ein Bajuwarenmuseum.
  327. Russ (A Russ = Weizenbier mit Zitronenlimo)
  328. Saggizemendtunhollastauan (Sack Zement und Hollunderstauden, Fluch wenn etwas schief geht, Verballhornung von " Sakrament hochheiligstes")
  329. Säich ("Selche" = Räucherkammer; Kleiner quadratischer Raum über der Feurerstelle (im ersten Stock) des Bauernhauses, durch den der Rauch des offenen Herdfeuers weiter durch das Stroh oder Holzschindeldach abzieht. In der Säich befinden sich Holzstangen und geschmiedete Eisenhaken, an denen Fleisch und Würste zum Räuchern aufgehängt ist. Auch ist dies die "Sparkasse" des Hofes, denn Räucherwürste und Rauchfleisch ist immer beliebt und sehr leicht zu verkaufen.)
  330. Sau-Awad (Sauarbeit, unmenschlich anstrengende Arbeit)
  331. "Wiener Schnitzel  grous wie Abordtdeckel" (Deutsch: Wiener Schnitzel so groß wie  Klodeckel; Erläuterung: Lob für einen Wirt, der die Kalbschnitzel mit dem Fleischklopfer oder einer Maschine dementsprechend breit klopft, dass die Schnitzel weit über den Tellerrand hinausragen.
  332. Saxn'di, de Kistn sticht! (Ausruf wenn das Stroh im kistenartig konstruierten Bett durch das Betttuch hindurchsticht)
  333. Da Scharnagl (Gemütliches Wirtshaus für Wallfahrer und Pilger in Altötting)
  334. Schbädah (später; "Heiah is oiss schbädah droh, es is ja oiwei so nooss gwen.")
  335. Schdrohmkaweh (Stromkabel)
  336. Schbofaggeh mit Schildkrötensuppe (Spanferkel, gebraten, mit Schildkrötensuppe, Legendäre Spezialität des Gasthof Hotel zur Sonne in Landshut in den Siebziger Jahren.)
  337. Schdoigwand (Stallgewand)
  338. Schduggarah (Stück, Mehrzahl)
  339. Schepps oder Erntebier (Ein leichter Trunk aus Wasser und Bier und gleichen Teilen, der während der Getreideernte getrunken wurde)
  340. Schlacht-Essen (Zum Frühstück nach dem Schweineschlachten gibt es auf einem Brotzeitbrettl ein Stück gebrühtes Schweineherz, ein Stück gebrühtes Schweine-Kopf-Fleisch, und als Beilage eine rohe Zwiebel sowie ein Sträußchen Petersilie).
  341. An Schmei (Prise Schnupftabak)
  342. Schrundn (Schwielen und Risse an den Händen von der Feldarbeit)
  343. D´Schtumm (die Stube, Wohnzimmer)
  344. Schlankeh-Dog ("Heit is a Schlankeh-Dog" bedeutet, dass heute einer der über 100 Halbfeiertage oder Bauernfeiertage ist, also der Jahrestag eines Heiligen, an welchen nicht schwer gearbeitet, sondern etwas lockerer angegangen. Schlankeh kommt von Schlenkern (das langsame gehen in Kurven, nicht geradlinig. Die Bauernfeiertage wurden in der Säkularisation weitgehend abgeschafft.).
  345. Schnee-Maßß (Weizenbier mit Zitronenlimo, Korn und Vanille-Eis)
  346. Schneizhadern (Taschentuch)
  347. "Schoasdrommeh, schau dass'd weidakimmst!" (Pfurztrommel, mach den Weg frei!; Bezeichnung für Fußgänger oder Autos die die freie Fahrt behindern)
  348. D'Schofwoad (Die Schafweide)
  349. Schos (Georg)
  350. Schoseh (Georg)
  351. Schorsch (Georg)
  352. Schdoana Bia (Steiner Bier)
  353. Schwaden (Das ausgebreitete Heu zu einem Schwad zusammenfassen mit einem
  354. Schweinderln (Mastschweine)
  355. Schwoaman owi! ("Schwemmen wir ihn hinab." Trinkspruch nach einem Begräbnis)
  356. Sau'fros (Saufrass, miserables Essen)
  357. "Saufts eich zsamm!" (Trinkt endlich aus, der Wirt will ins Bett.)
  358. Seidl (Bierkrug; wird in der Gastronomie normalerweise zur Unterscheidung für stärkeres Bier verwendet, wie Festbier oder zumindest Export)
  359. S'Hei hods darengt (Das Heu wurde während dem Trocknungsprozess von Regen durchnäßt)
  360. siaslad (süßlich)
  361. Silogowe (Silogabel, 6 Zinken, für Heusilage oder Maissilage)
  362. S'Imbmheisl ( Das Immenhaus, das Bienenhaus).
  363. Spoznwaall (Spatzenvogelwaden; Scherzbegriff für zu dünne Beine, welche bei Lederhosenträgern unerwünscht sind)
  364. S'Rauschgwand (Das Rauschgewand besteht aus alter Lederhose, robustem Bauernhemd, alter Strickjacke und Bergstiefeln)
  365. S'Saumensch ("Das Saumensch", Magd mit Zuständigkeit für die Zuchtsauenhaltung und Mastschweinehaltung)
  366. Scheckalfiesch (Steckerlfisch)
  367. Schtoiber-Jobbm (Stoiber-Trachten-Jacke aus schilfgrünem Naturleinen mit grünem Stehkragen, Stil-Relikt von umgearbeiteten Wehrmachts-Offiziersjacken aus WWII)
  368. Schtaffeh (Holztreppe)
  369. Schrudl (Strudel, Apfelstrudel)
  370. Schtru'll (Strudel, Apfelstrudel)
  371. Sei so guad! (Sei so gut. Höfliche Aufforderung)
  372. Soaffahgnell (Seifenknödel; viele gesammelte Seifenreste werden zu einem runden, ca. 300g schweren Seifenknödel verarbeitet und wiederverwendet)
  373. "So vui koid habt's es, das-mas nimma da'lei'n kon." (So viel kalt habt ihr es, dass man es nicht mehr erleiden kann. Häufiger Ausspruch meines Großvaters (siehe Bild), der es in seiner Zinngiesserwerkstatt immer ein schön warmes Kaminfeuer brennen hatte. Wenn er dann zum Essen seine Werkstatt verließ, und ins kühlere Esszimmer kam , sagte er häufig diesen Spruch.) Hinweis: Bild vergrößert sich durch Anklicken des Bildes.
    Der Glaser- und Zinngießer-Meister Franz Xaver Kraus und seine Gattin und Geschäftsfrau Veronika in einem Ölgemälde, das im Hintergrund den Wallfahrtsort Alötting zeigt.

    Mein Urgroßvater und meine Urgroßmutter, der Glaser- und Zinngießer-Meister Franz Xaver Kraus und seine Gattin und Geschäftsfrau Veronika in einem Ölgemälde, das im Hintergrund den Wallfahrtsort Alötting zeigt. Beide kamen 1903 von Simbach am Inn nur mit einer Nähmaschine nach Altötting, und gründeten dort im Jahre 1903 ein Haushaltswaren- und Porzellangeschäft mit Glaserwerkstatt (Bilder-Einrahmungen) und Zinngiesserei (Bierkrug-Deckel aus Zinn mit Porzellanmalerei auf der Innenseite). Dann folgte eine Spezialisierung auf Devotionalien für Wallfahrer, Petroleumlampen, Gartenzwerge und einfache Gemälde mit hauptsächlich Gebirgsmotiven. Technik: Tempera-Farben auf Leinwand, gemalt um 1946 bis 1947 durch ehemaligen Kriegskameraden, dem mein Urgroßvater Kost und Logis gewährte.

  374. "So vui kon i gor ned fressn wiah i schbeim mecht." (Ausdruck großer Enttäuschung)
  375. Staun'sn (Mücken und Schnaken; kommt von einem lateinischen Wort für Sumpf, Moor)
  376. Stoigwand (Stallgewand)
  377.  Sei Suh (Sein Sohn)
  378. A Tellah-Fleisch (Gekochtes Rindfleisch mit Salzkartoffeln und Meerettich-Sauce; typisches Wallfahrer-Essen)
  379. Troad'bohn (Getreidelager über dem Hühner- bzw. Kleinviehstall)
  380. Trommelschwader oder einem Kreiselschwader)
  381. Und, hods Hoiz voah da Hitt'n? (Und, hat Sie eine gute Oberweite?)
  382. Uns daugts (uns gefällt's)
  383. Uns hod's Heih darengd. (Während der Heutrockung hat es unerwartet geregnet)
  384. Umschtandsgramer (umständliche Person)
  385. Vagäidsgod (Vergeltsgott; wird nach dem Empfang einer Wohltat gesagt. Antwort darauf: Sengsgod = Segne es Gott)
  386. "Da Vatti hod des Militärische so drin ghobt, des hod a' gor nimma aussabrocht." (Der Vati hat die Militärische Wesensart so verinnerlicht, dass er die militärische Art des Kommandierens nicht mehr ablegen konnte.)
  387. S'Viechmensch ("Das Viehmensch", Magd mit Zuständigkeit für das Rindvieh)
  388. weagln (arbeiten)
  389. Weah imkert, schreibt ned, und weah schreibt, imkert ned. ("Wer imkert, schreibt nicht, und wer schreibt, imkert nicht" beschreibt das Dilemma, dass die meisten Publikationen und Seminare über Bienenhaltung von Leuten stammen, die keine wirklichen Praktiker bzw. Berufsimker sind, sondern nur mit akademischem Halbwissen über Bienenhaltung aufwarten können.)
  390. A Weda ziagt auf, und oans vo dene, de da Käamsääfischa fiacht ned wene. (Ein Unwetter zieht auf, und eines das der Chiemsee-Fischer nicht wenig fürchtet.)
  391. weis'n (an der Hand führen)
  392. Weissbier-Stutz'n (Das typisch hohe Weissbierglas)
  393. Da Weiss-Brai (Die Weissbierbrauerei)
  394. Weiswirscht (Weisswürste; Brühwürste aus Kalbfleisch mit Bauchspeck und Petersilie)
  395. Weiswurscht-Equator (Die Donau; nördlich davon gibts keine Weißwürste)
  396. "Wenn da Bäädlmo auf´s  Roos kumd, kons da Deifi nimma dareitn." (Deutsch: Wenn der Bettelmann auf das Ross kommt, reitet er so verrückt schnell, dass selbst der Teufel nicht mehr mitkommt. Volkstümliche Kritik am GröFeaZ)
  397. weitschicheh vawandt (weitschichtig verwandt)
  398. Wiadt (Wirt; "I bi bam Wiadt gwen, un hob a Hoiwe drungah.")
  399. Wiedmesser (Reisigmesser; Erläuterung siehe Rauhbaischl)
  400. wief sei (gewandt sein, intelligent sein)
  401. Willy-Becher (Das für ein normales Helles typische Bierglas)
  402. Wisbam (Wiesenbaum, Stange auf dem Heuwagen zum Heu zusammenzuhalten beim Einfahren)
  403. D'Woad (Die Viehweide)
  404. Woaz (Weizenanbau)
  405. S'Wochabla'll (Bayerisches Landwirtschaftliches Wochenblatt für das Leben auf dem Land. Seit 1810.)
  406. Wong voi Aff'n ("Er gibt o wia a Wong voi Aff'n." Er gibt an wie ein Wagen voller Affen.)
  407. Woos host gsogt? (Was hast Du gesagt?)
  408. Wos is, Duit is! ("Was ist, Dult ist! = Jahrmarkt ist gerade)

    Altöttinger Hofdult.

    Meine Familie auf der Altöttinger Hofdult. Zu sehen sind (von links nach rechts) mein Vater Johann ("Hans"), mein Großvater Eduard im Trachtenanzug, meine Mutter Roswitha in hellem Kleid mit Brosche, meine Oma Therese ("Resi") in gemustertem Kleid (oben mittig), der Fotograf Reichelt im Eisbärenkostüm, mein Halbbruder Hans ("Hansi") rechts hinter dem Bärenkopf, daneben mein Halbbruder Herbert nach links schauend mit kariertem Hemd, und darunter meine Großtante Maria ("Marerl") mit meinem Onkel Eduard ("Edi") auf dem Arm. Das Festzelt und das Bier sind von der Altöttinger Familienbrauerei Hell "Altöttinger Hell-Bräu seit 1890" (Altöttinger Dult-Märzen).

  409. Wuggal (Staubfussel)
  410. D'Wurschdigkeit von de Leid (Die Gleichgültigkeit der Leute)
  411. Zandtimäda (Zentimeter)
  412. Zäidtn (Lebzelten, eigenartiger Mensch)
  413. Zapfig is's ("Eiszapfenartig-kalt ist es")
  414. zau'n-dirr (klapperdürr)
  415. Z'Eding (In oder bei Altötting)
  416. Zendtaling (Ein Stück Schwarzgeräuchertes mit einer Schnur zum Aufhängen, wird fein geschnitten auf Schwarzbrot gegessen)
  417. Zettn (Den Mähschwad ausbreiten mit dem Zetter, einem landwirtschaftlichen Gerät zur Heubereitung)
  418. Ziabene Howeh-Schoadt'n (Hobelscharten von Zirbenkiefernholz)
  419. Zimmerer'haggeh (Zimmererbeil zum Behauen von Balken)
  420. Zinndegg'l (Zinndeckel auf dem Bierkrug)
  421. Von deem Zuggazeig babbt dah noh dah Mong zamm. (Von den Süßigkeiten klebt dir noch der Magen zusammen.)
  422. Zum Deifeh haun ("Zum Teufel haun" = etwas los werden)
  423. Zwetschgenmanndl ( Zwetschgenmännchen, schwächliche Person)
  424. Zwäif Aboss'dl (Zwölf Apostel = Wallfahrer Gasthof und Pilger Hotel in Altötting an der Papstlinde
  425.  A Zwifebrod is heazhaft, ned lädschad. (Ein Zwiebelbrot ist herzhaft und nicht fade.)

 

Bairische Wetterregeln

S'Weda ziagt imma zum Wassah, ham de Oid'n scho gsogt. (Die Regenwolken ziehen immer zum Wasser, haben die Alten schon gesagt = Seen, Flüsse, Feuchtgebiete, Moore und Auwald ziehen den Regen an.)

Am fuffzehnten August ziang de Weda hoam. (Am fünfzehnten August ziehen die Wetter heim. = Ab dem fünfzehnten August kommen ungewöhnliche Stürme aus dem Süden und ziehen nach Norden, also in umgekehrter Richtung als üblich.)

Bairische Zungenbrecher

D'käinarin hod's B'schdegg z'schpäht b'schdäid (Die Kellnerin hat das Besteck zu spät bestellt.)

Blaugraut bleibt Blaugraut, Brautkleid bleibt Brautkleid. (Blaukraut bleibt Blaukraut, Brautkleid bleibt Brautkleid.)

Einige scherzhafte, nachdenkliche und schlaue Sprüche im Bayerischen

Eine Mark gespart sind drei Mark eingenommen.

Wir fahren durch das einspurige Stadttor von Vilsbiburg. Tante Lina: "Deats zam'rucka!" (Scherz)

Der Arbeitskollege ruft lautstark: Es wead scheeh Wedah! Der Angesprochene (auf einer Leiter) wundert sich des lauten Ausrufes: "Wieso?" Arbeitskollege: "D'Aff'n steing". (Die Affen steigen - ähnlich dem Wetterfrosch, der bei schönem Wetter die Leiter hinaufsteigt. (Scherz).

"Des Schusters Kinder tragen keine Schuhe." (Weil sie wissen, wie viel Arbeit in der Herstellung derselben liegt, und sie deshalb lieber darauf verzichten.)

Tante Lina: "Wensd' de Arwad für mieh machst, griagsd' a moi wos Gressas. Hansi: Wos war'n des nachad? Tante Lina: A Marg. (Pause) Tante Lina: Gezeigt! (Scherz)

Weitere Links und Quellen

Lateinische Relikte in Bayerischen Wörtern

http://www.boari.de/woerterbuch/woerterbuch.htm

Lateinische Relikte in Bayerischen Flurnamen

http://www.boari.de/flurnamen/flurnamen.htm

Heimatforschung

https://heimatgeschichte-pfeffenhausen.de/impressionen

1 Comment

  1. Wenn Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, dieser Artikel gefallen hat, empfehlen wir Ihnen, ihn weiter zu verbreiten. Bitte geben Sie als Quelle die Webseite bio-honig.com an. Nehmen Sie bitte auch am Erfahrungsaustausch teil. Bitte teilen Sie Ihre konstruktiven Kommentare oder Fragen mit uns. Ich beantworte Fragen gerne und zügig (no hard questions please). Beste Grüße aus Oberlauterbach Ihr Hans Georg Oswald

Schreibe einen Kommentar

0
    0
    Mein Warenkorb
    Warenkorb ist Leer!Im Shop Honig kaufen
      Versandkosten kalkulieren
      Gutschein einlösen

      Mein Warenkorb

      No products in the cart.