Heute fand der Biokreis-Imkereitag 2021 statt

Heute fand der Biokreis-Imkereitag 2021 statt

70 Teilnehmer fanden sich online zum Vortrage ein

Auch diesmal konnte unser Biokreis-Imkereitag nur online stattfinden.

Ich nahm mit meinem Tablet teil, lies aber die Kamera ausgeschaltet, damit ich nebenbei etwas arbeiten konnte.
Es fanden sich etwa 70 Teilnehmer ein, von denen ich nicht alle kannte.
Aber ich freute mich über das Wiedersehen, wenn auch nur per Bild oder Namenseinblendung.

Professor Jürgen Tautz sprach etwa zwei Stunden

Es gab auch Gelegenheit, Antworten auf Fragen zu erörtern

Der Vortrag beschäftigte sich mit für Bienenzüchter essentiellen Fragen.
Es ging insbesondere um Fragen der Kommunikation bei der Biene.
Einige Zitate habe ich aus dem Vortrag herausgegriffen und mitgeschrieben.
Diese Zitate gebe ich im folgenden wieder mit einigen Fotos vom Tablet-Bildschirm.

Wie schaffen es die älteren, erfahrenen Bienen, den Jüngeren Informationen weiterzugeben?

Alles hängt mit Allem zusammen.
Alexander von Humboldt

Waldinsekten – Geheimnissvolle Waldbewohner

Hauptfeinde der Bienen sind die Bären,
deshalb befindet sich die perfekte Bienenwohnung in möglichst großer Höhe in den Bäumen
Professor Tautz

Das Buch: Honigbienen. Geheimnisvolle Waldbewohner.

 

Blütenstempelung durch Bienenfüsse

Teilnehmerfrage: Wie erkennen die Bienen, welche Blüten bereits beflogen und aktuell kein Nektar mehr vorhanden ist?
Antwort Professor Tautz: Durch Blütenstempelung durch Bienenfüsse, welche Duftmarken hinterlassen.
Pikante Information: Auch Hummeln machen duftende Fussabdrücke auf Blumen!

Fragen von zentraler Bedeutung

Zentrale Fragenkombination:
Wie geht’s den Bienen?
Wie geht’s dem Wald?
Professor Tautz

Doktorand auf Bienenbaum während der Forschungsarbeit.

 

Bienen enorm geruchsempfindlich

Bienen sind enorm geruchsempfindlich.
Sie können einen Fingerhut einer Substanz in einer Wassermenge von der Größe des Bodensees riechen.
Professor Tautz

Die neugebauten Wabenzellen sind zunächst oval (siehe rechts unten), dann mit zunehmendem Baufortschritt werden sie immer kantiger und exakter im 120° Winkel.

 

Weitergabe von Erlerntem

Honigbienen leben in der Tradition der Weitergabe von Erlerntem durch ältere Honigbienen an lernende jüngere Honigbienen. Heuschrecken lernen dagegen ihre Elterntiere zum Beispiel nie kennen.

Professor Tautz

Wärmebildaufnahme von einer Wabe. Die hellgelben Bereiche sind die sogenannten “Baustellen”-Bereiche mit hohen Temperaturen von ca. 40° Celsius. Erstaunlich ist die Tatsache, dass die Honigbienen gleichzeitig an allen “Baustellen” auf allen Waben koordiniert Heizen und koordiniert Heizpausen einlegen, was natürlich Energie einspart.

 

Das enorme Lernverhalten der Honigbiene

Das enorme Lernverhalten ist eine der großen Besonderheiten der Honigbiene gegenüber anderen Insekten.

Schwänzeltanz, Sicheltanz und Rundtanz.

 

Sind Hinflug und Rückflug identisch?

Der Hinflug zu den Blumen findet zickzack im Suchmodus statt, der Rückflug zum Bienennest findet dagegen geradlinig statt.

In welcher Flughöhe fliegen die Bienen?

Teilnehmerinnenfrage: In welcher Flughöhe fliegen Bienen zu den Trachtquellen? Antwort Professor Tautz: Bei stärkerem Wind fliegen die Bienen sehr nah am Boden. Die nehmen dann die Wegstrecke subjektiv größer wahr.

Wie hoch können Bienen fliegen?

Teilnehmerfrage: Wie hoch können Bienen fliegen?
Antwort Professor Tautz: Zehn bis zwanzig Stockwerke hohe Hochhäuser können erfolgreich Bienenvölker auf dem Dach beherbergen. Es gab auch Berichte von Bienenvölkern auf 100 Stockwerke hohen Wolkenkratzern. Auch können Honigbienen dazu trainiert werden, eine Futterquelle auf einem Heissluftballon anzufliegen.

Wie finden all diese Bienen zur neuen Behausung ohne sich zu verfliegen?

 

Das dreistufige Modell der Honigbienennavigation

Das dreistufige Modell der Honigbienennavigation findet durch die Drei Stufen: 1. Schicken, 2. Suchen und 3. Locken statt.

Schicken

Beim “Schicken” beschreibt die Tänzerin mit dem Schwänzeltanz ein ungefähres Zielareal für die Sammlerinnen, liefert jedoch keine zuverlässige Richtungsangabe.

Suchen

Beim “Suchen” folgen unerfahrenen Sammlerinnender Information aus dem Tanz und orientieren sich in der Suchphase zusätzlich an Blütenduft, Pheromonen, Landmarken, oder der Duftspur der erfahrenen Sammlerinnen.

Locken

Das “Locken” erfolgt durch zielführende Reize, wie dem Duft von Blüten oder den Duftignalen von erfahrenen Sammlerinnen, wodurch die unerfahrenen Sammlerinnen schließlich zur Honigquelle finden.
Aus DER SPIEGEL 20-2021, S. 108-109
Bildschirm von Prof. Jürgen Tautz

Ende

 

Hans Georg Oswald, Imker, Bauer und Blogger

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