Blüte der Apfelbäume im Isar-Hügelland 2021 – Praktische Arbeiten an unserem Heim-Bienenstand

Ein Hochstamm-Apfelbaum auf der Streuobstwiese der Imkerei Oswald kurz vor dem Aufblühen am 08. Mai 2021 um 8:30 Uhr.

Ein Hochstamm-Apfelbaum der alten Sorte Bittenfelder auf der Streuobstwiese der Imkerei Oswald kurz vor dem Aufblühen am 08. Mai 2021 um 8:30 Uhr.

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald)


Eine Blüte des Himbeerapfel von Holowaus (um 1850). Foto: bio-honig.com (Bienenhof Familie Oswald)im Mai 2021

Eine Apfelblüte des Himbeerapfels von Holowaus (um 1850). Foto: bio-honig.com (Bienenhof Familie Oswald) im Mai 2021.

 

Blüte der Apfelbäume im Isar-Hügelland 2021 – Praktische Arbeiten am Heim-Bienenstand

Autor: Hans Georg Oswald, Imkermeister bei bio-honig.com (Imkerei Oswald)

Berufsimker Hans Georg Oswald bei der Vorbereitung von Bienenkästen für die Einlogierung von Bienenvölkern.

Berufsimker Hans Georg Oswald bei der Vorbereitung von Bienenkästen für die Einquartierung von Ablegern aus der eigenen Bienenhaltung.

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) Mai 2021

Inhalt:

Sommerfluglochkeile einsetzen (1)
Schwarmkontrolle alle 5 Tage (2)
Was genau löst die Schwarmstimmung aus? (3)
Schwarmdämpfende Massnahmen bzw. Schwarmvorbeugung(4)
Ablegerbildung (5)
Schwarmbeobachtung (6)
Schwarmvorwegnahme (7)
Schwarmfang (8)
Aufsetzen und Ausgleich der Honigräume (9)
Erntebeginn der ersten Honigräume (10)
Führung des Produktionstagebuches (11)
Aufsetzen der zweiten Honigraumetage (12)
Geschleuderte Waben gleich sortieren (13)
Bei Kälteeinbruch wiegen (14)

Bienenhaus aus Holz einer Imkerei in Deutschland im Jahre 2021.

Der Bienenhof Oswald zeigte als Demonstationsbetrieb Ökologischer Landbau als einer von 200 als vorbildlich ausgewählten Biohöfen in den 2000er Jahren wie Ökolandbau und Ökologische Bienenzucht in der Praxis funktioniert.
“Kürzlich startete in Bayern der 11.111 Öko-Landwirtschaftsbetrieb. Damit stellen statistisch gesehen derzeit täglich vier neue landwirtschaftliche Betriebe in Bayern ihre Bewirtschaftungsweise auf die Richtlinien des ökologischen Landbaus um. Mittlerweile werden in Bayern über 385.000 Hektar Fläche ökologisch bewirtschaftet und der Anteil an der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche liegt bei über zwölf Prozent.”
Quelle: Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, 13.04.2021, TAGWERK Infobrief 7.Mai 2021.
Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) im Mai 2021.

Vorrede – Betrachtungen zum aktuellen Wettergeschehen, Trachtsituation und Entwicklungsstand der Bienenvölker

Nachdem wir im April 2021 den kältesten April seit 35 Jahren erlebten, und auch der Mai sehr kühl begann, kann man sagen, dass dieses Jahr eine Herausforderung für alle Bienenhalter darstellt.

Gerade in solchen Extrem-Jahren haben wir jedoch die Chance, viel über die Bienen und ihre Natur zu lernen.

Normalerweise erwacht bei den Bienenvölkern während der Schlehen- und Kirschblüte der Bautrieb , dies geschah diesmal nicht wegen der Kälte.

Normalerweise gäbe es danach die ersten guten Honigtage zur Zeit der Löwenzahnblüte.
Doch im April 2021 konnte man die Honigtage an den fünf Fingern abzählen, denn es gab nur drei Honigtage für unsere Bienen bisher im ganzen Jahr 2021 (Stand 07. Mai 2021).

Eine Honigbiene mit lederbraunen Hinterleibsringen beim Nektarsaugen auf einer Löwenzahnlbüte. Um sie herum sind 8 Gänseblümchen..

Eine Honigbiene mit lederbraunen Hinterleibsringen beim Nektarsaugen auf einer Löwenzahnblüte. Um sie herum sind 8 Gänseblümchen. Die Löwenzahnblüte hielt heuer relativ lange an, und wurde auch gut von den Bienen beflogen, während der Raps diesmal von den Bienen nicht angeflogen wurde, vermutlich, weil der Löwenzahn üppig vorhanden war, und näher lag.  Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) Mai 2021.

 

Den dabei eingetragenen Nektar benötigten die Bienen selbst für ihre Entwicklung, deshalb machte es keinen Sinn, Honigräume zu geben.

Somit entschied ich mich in einer kurzen Wärmephase klassische Drei-Waben-Ableger zu bilden, um bei den Bienen im Brutraum Überfüllung zu verhindern, und die aufstrebende Entwicklung und Brutdynamik zu fördern.

Anstelle der entnommenen Brutwaben setzte ich ausgebaute Leerwaben (aus dem Wabenlager) an den Rand des Nestes.

Die Vorräte meiner Völker waren während der Kältephase sehr gut ausreichend, da ich die Völker ja im Dezember und Februar gewogen habe, und ihnen dabei zusätzliche Honigwaben zugehängt habe.

Im Online Imker Stammtisch von Biokreis wurde aber berichtet, dass etliche Leute Völker durch Verhungern verloren haben, und dass Völker notgefüttert werden mussten.

Ich finde es fachlich grundfalsch, im Frühjahr Völker zu füttern, und lehne es ab.

Jeder richtige Imker sollte immer mit Reserve-Honigwaben für Wetterrückschläge im Frühjahr gerüstet sein.

In absoluten Notfällen kann man täglich angewärmten, kristallisierten Honig auf den Innendeckel streichen, den die Bienen dann dankbar annehmen, auch bei großer Kälte.

Eine Königsdistel im Jungstadium in der Wiese.

Eine Königsdistel zaubert ein geometrisches Muster in das Grün am Bienenhaus. Die Schafe lassen die Disteln stehen, was dann den Bienen zu gute kommt.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) im Mai 2021.

Wie aber zeigt sich jetzt das Gesamtbild?

Es gab bisher mehr Pollentage als Nektartage, deshalb haben die Bienen einen Eiweißüberschuss, der in einen starken Vermehrungstrieb (Schwarmstimmung) mündet.

Dies sollten wir Imker nun akzeptieren und für die Vermehrung nutzen, und lieber auf Honig verzichten.

Gleichzeitig steigen die Chancen auf eine Waldtracht, also Entstehung von Waldhonig im Juli, weil ein verregneter Mai eine wichtige Voraussetzung für die Entstehung von Waldhonig darstellt.

Die Funktionskette Wald-Waldameisen-Honigbienen wird von der Forstwissenschaft und Forstwirtschaft noch viel zu wenig zum Aufbau klimastabiler Wälder beachtet und genutzt – leider!

Durch einen regnerischen Mai verzögert sich die Verholzung der Fichten-Maitriebe.

Dadurch bleibt der Stickstoffgehalt in den Maitrieben längere Zeit hoch, was zur Ausbildung einer geflügelten Generation der Rotbraun Bepuderten Fichtenrindenlaus (RBF) führt.

Wenn dann das Wetter Ende Juni und Anfang Juli für einen Ausbreitungsflug günstig ist, kann eine Waldhonigernte die Folge sein.

Die RBF wiederum filtern den Stickstoff den im Bast (Phloem) der Bäume vorkommenden Siebröhrensaft (SRS) heraus.

Der Siebröhrensaft des Bastes (Phloem) ist übrigens pflanzlichen, also veganen Ursprungs ist.

Somit ist der Waldhonig pflanzlichen Ursprungs und als veganes Erzeugnis des Waldes anzuerkennen, eine Gemeinschaftsleistung einer langen Funktionskette

Die RBFs sind ein natürliches Filtersystem des Waldes, und filtern den SRS zu kristallklarem Honigtau.

Wenn also der Mai regnerisch ist und dann das Wetter Ende Juni und Anfang Juli für einen Ausbreitungsflug günstig ist, kann eine Waldhonigernte die Folge sein.

Oder wie mein früherer Mentor und ehemaliger Honigobmann Josef Sittenauer (of blessed memory) aus Weihmichl sagte:

Ein Imker lebt immer ein Viertel des Jahres von der Hoffnung und Dreiviertel des Jahres von der Enttäuschung.

Er sagte diesen Spruch immer, wenn er gefragt wurde, ob man von den Bienen leben könne.

Darin liegt viel Wahres, aber die Dankbarkeit gegenüber den Bienen sollte immer überwiegen.

Ein kühler Mai wird hoch geacht – hat uns stets fruchtbar Jahr gebracht

(Alte Bauernweisheit)

Der Frühlingswald zeigt zartes grün in seinen jungen Buchenblättern.

Auf dem Weg vom Bienenstand zeigen sich die Buchen in zartem Grün im Abendlicht.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald), Mai 2021

Weiter geht es mit all den praktischen Dingen, die es zur Zeit der Blüte der Apfelbäume im Isar-Hügelland zu tun gibt.

Sommerfluglochkeile einsetzen (1)

Der Winterfluglochkeil hat eine Öffnungsbreite von ca. 300 mm und eine Öffnungshöhe von ca. 6 mm, damit im Winter vor allem keine Maus eindringen kann, da sich die Bienen sich bei Kälte nur schwer gegen eine Maus wehren können.
Im Sommer besteht diese Gefahr nicht, deshalb nehme ich bei Gedränge am Flugloch in der Volltracht den Winterfluglochkeil heraus.
Dadurch ist die Fluglochöffnung in der ganzen Höhe von 22 mm geöffnet.
Den Bienen wird dadurch die Trocknung und das Eindickens des Blütennektars erleichtert.
Nur in den Ecken werden 5 cm Breite Klötze eingesetzt, damit es keine Verwirbelung von Luft und Auskühlung bei starkem Wind gibt.
Ein Blütenteppich aus gelben Blüten und weißen Blüten. Auf einer Blüte sitzt eine Biene.

Ein Blütenteppich aus gelben Blüten und weißen Blüten. Auf einer Blüte sitzt eine Biene.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) im Mai 2021.

Kontrolle auf Schwarmstimmungs alle 5 Tage (2)

Während der Tracht erhöhe ich den Kontrollrythmus auf fünftägigen Modus.
Durch den Trachtflug und den Nektareintrag kommt eine große Dynamik in die Bienenvölker.
Wenn ich die Chance haben möchte, helfend eingreifen zu können, muss ich dem Bienenvolk einen kleinen Schritt voraus sein.
Deshalb ist es wichtig, genau zu wissen, was im Bienenvolk los ist.
Dabei sehe ich mir als erstes die Drohnenwabe und eine Arbeiterinnenwabe an.
Sind Weiselbecher vorhanden und sind diese bestiftet?
Wenn nein, könnte man einen Brutableger bilden (siehe Punkt 3).
Wenn ja, ist das Volk zumindest in beginnender Schwarmstimmung.
In diesem Falle bilde ich einen brutlosen Königinnenableger, bei gleichzeitiger Brutdistanzierung. Das bedeutet dass ein leerer Bienenkasten an Stelle des bisherigen Volkes kommt, mit der Königin und allen unbebrüteten Waben.
Dort kann die Königin ein neues Brutnest aufbauen.
Daneben kommt der alte Kasten mit allen Brutwaben und Bienen ohne die Königin.
Dort bekommt das Altvolk die Chance, sich eine neue Königin zu ziehen.
Das Flugloch der distanzierten Brut wird verkleinert auf 6 mm x 50 mm.

Exkurs: Was genau löst die Schwarmstimmung aus? (3)

Die Anzahl der von der Bienenkönigin abgelegten Eier wird von den Pflegebienen indirekt durch die Fütterungsmenge der Königin mit Gelée Royale reguliert.
Wenn das Bienenvolk eine Brutausdehnung von 37 000 Brutzellen und eine ebenso große Anzahl von Bienen erreicht hat, dann wird die Fütterung der Königin so weit herunterreguliert, dass sie täglich nur noch so viele Eier in die Zellen abgelegt, wie während dem Trachtflug verloren gehen. Bei intensivem Trachtflug können pro Tag 2000 Bienen pro Tag verloren gehen .
Tritt jedoch eine Schlechtwetterphase ein, so gehen weniger Bienen verloren, es tritt Überfüllung und Luftmangel ein, deshalb drosseln die Pflegebienen dann die Fütterung der Königin und setzen sie auf Diät.
Die Königin hält das Volk zusammen durch ein Pheromon, das sie ausschüttet.
Die Menge der Ausschüttung dieses Pheromons hängt mit der Legeleistung zusammen.
Wird die Königin auf Diät gesetzt, so bekommen die Bienen infolgedessen weniger in Kontakt mit dem Königinnenpheromon.
Durch diesen Mangel an Pheromon beginnen die Bienen sich hormonell zu verändern, und beginnen sich selbst als Königin zu fühlen, und werden schwarmreif.
Diese neu selbstbewussten Bienen bauen Weiselnäpfchen, und zwingen die Königin, diese zu bestiften.
Eine Hummel saugt von einer Apfelblüte Nektar im Sonnenlicht.

ein “Teddybär der Lüfte” (Hummel) tankt Energie indem er Apfelnektar aus einer Apfelblüte mit seinem Saugrüssel trinkt. Apfelblütennektar. Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) im Mai 2021.

Schwarmdämpfende Massnahmen bzw. Schwarmvorbeugung (4)

Dafür stehen zwei Strategien zur Verfügung.
Erstens kann man für mehr freie Zellen sorgen, indem man Leerwaben einhängt bzw. das Brutnest erweitert.
Die zweite Strategie besteht darin, das Brutnest klein auf 6 bis 8 Dadant-Waben ( = 9 bis 12 Zander) zu halten, wie dies in der neuen Betriebsweise des Angepassten Brutraums propagiert wird (Pressing).
Welche Strategie man wählt, hängt einerseits natürlich von der Gesamtsituation im Hinblick auf Großwetterlage und Trachtsituation ab, andererseits von der angestrebten Vermehrungsrate von Jungvölkern zu Altvölkern.

Ablegerbildung (5)

Voraussetzung für die Bildung eines Ablegers ist, dass das Spendervolk nicht in Schwarmstimmung ist.
Da die Umweltbedingungen für die Bienen zunehmend lebensfeindlicher werden, der Wald zu Fichten-Plantagen verkommt und die Bewirtschaftung der Ackerböden zunehmend industrialisiert wird, befinden sich die Imkereien in einem ständigen Reperaturmodus.
Es gibt laufend massiv Flugbienenverluste, deshalb sind wir Imker leider gezwungen ständig gegenzusteuern.
Dies geschieht durch eine höhere Vermehrungsrate.
Denn der Moter des Bienenvolkes ist die Königin.
Wenn also Ableger zur Aufzucht von Königinnen und Jungvölkern gebildet werden, dann erhöhe ich die Bienenmasse und somit die Überlebens-Chancen der Bienen.
Die ersten Ableger des Jahres (Jungbienenvölker) der Imkerei Oswald.

Die ersten Ableger des Jahres finden ein ruhiges windgeschütztes Plätzchen unterm grünen Blätterdach des Waldes.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) Mai 2021

 

Als Faustregel sollte man auf jeden Falle einen Brutableger pro Bienenvolk im April anstreben.
Nach 12 Tagen ist in einem weisellosen Brutableger die Königin normalerweise geschlüpft, nach 20 Tagen findet normalerweise der Hochzeitsflug statt, und nach ca. 28 Tagen können die ersten Brutzellen bereits verdeckelt sein.
Die Zeitspanne, in der der Ableger ohne verdeckelte Brut ist, beträgt nur vier Tage, nämlich zwischen dem 24. und 28 Tag nach der Bildung.
In diesem kurzen Zeitfenster von 4 Tagen kann  der Ableger von Varroa befreit werden, sofern man ein biologisches Verfahren zur Verfügung hat, das die Bienen verschont und das Mikrobiom und den kostbaren Honig nicht beeinträchtigt.

Schwarmbeobachtung (6)

Für die Schwarmbeobachtung benutze ich ein gutes Fernglas.
Ein solches hat Linsen aus Glas.
Schlechte Ferngläser haben Kunststofflinsen.
Eine altbewährte Marke ist ESCHENBACH.
Ich beobachte sowohl das Flugverhalten, als auch das Flugloch selbst.
Wenn am Abend oder am Morgen Bienen vorlagern, ist das ein deutlicher Hinweis, dass ein Schwarm unmittelbar bevorsteht.
Außerdem gibt es Schwarmbäume, wo jedes Jahr sich die Bienenschwärme anlagern.
Rosa Apfelblüten vor dem Blau des Himmels

Rosa Apfelblüten vor dem Kobaltblau des Himmels ergeben eine tolle Farbharmonie. Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) im Mai 2021.

 

Diese Bäume sollte man um die Mittagszeit kontrollieren.
Oft kündigen auch Spurbienen, die eine neue Behausung suchen, den kommenden Schwarm an.
Wenn an einem Flugloch plötzlich gar nichts mehr los ist, dann ist der Schwarm bereits abgegangen.
Aber er hängt dann noch vielleicht in der Nähe, und man kann sich auf die Schwarmjagd machen.
Schwarmfangkästen haben insgesamt nicht das erwünschte Ergebnis gebracht.
Ein 75 Jahre altes Bienenhaus in Bayern.

Das Bienenhaus wird heuer 75 Jahre alt! Es wurde von 1946 von der Imkerin Rosemarie von Cetto bei einem Zimmerermeister in Auftrag gegeben. Seit dem Jahr 2003 wurde es als Bienenrückzüchtungsstation der Einheimischen Biene (Hallertauer Biene) behutsam restauriert und neu eingeweiht.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) im Mai 2021.

Schwarmvorwegnahme (7)

Eine Schwarmvorwegnahme könnte per Kunstschwarm erfolgen.
Ich bin jedoch davon abgerückt, da die Königinnen sich dabei sehr verausgaben und meist im Spätsommer stark schwächeln.
Besser funktioniert der brutlose Könignnenableger an Stelle des alten Volkes.
Dadurch ist eine bessere Kontinuität gegeben und ein Schock wird vermieden.
Außerdem braucht beim Königinnenableger nicht gefüttert werden, was ein wichtiger Vorteil ist.

Schwarmfang (8)

Für den Schwarmfang benötigen wir einen leeren Bienenkasten mit Wandergurt, ein großes Flugbrett, ein Fläschchen Melissengeist (als Schwarmlockmittel), eine Puten- oder Gänsefeder, einen feinen einreihigen Besen aus Nylonborsten, einen leichten Schwarmfangkasten für die Leiter, eine leichte Dreipunkt-Obstbauleiter, einen Wasserzerstäuber, eine stabile Astschere , eine Obstbaumsäge, eine Teleskopsäge und eine Rosenschere, außerdem ein bewegliches Schattendach und einen höhenverstellbaren Beutensockel.
Für den Schwarmfang benötigen wir einen leeren Bienenkasten mit Wandergurt, ein großes Flugbrett, ein Fläschchen Melissengeist (als Schwarmlockmittel), eine Puten- oder Gänsefeder, einen feinen einreihigen Besen aus Nylonborsten, einen leichten Schwarmfangkasten für die Leiter, eine leichte Dreipunkt-Obstbauleiter, einen Wasserzerstäuber, eine stabile Astschere , eine Obstbaumsäge, eine Teleskopsäge und eine Rosenschere, außerdem ein bewegliches Schattendach und einen höhenverstellbaren Beutensockel.
Die kleine Bio-Schafherde des Bienenhofes der Familie Oswald im Isar-Hügelland zu Zeit des Beginns der Apfelblüte.

Die kleine Bio-Schafherde des Bienenhofes der Familie Oswald im Isar-Hügelland zu Zeit des Beginns der Apfelblüte.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) im Mai 2021

Aufsetzen und Ausgleich der Honigräume (9)

Um den Bienen beim Wärmehaushalt zu helfen, sollen nur so viele Honigräume wie unbedingt nötig gegeben werden.
In der Praxis sind das maximal zwei Ausätze zugleich.
Sobald ein Aufsatz zur Hälfte gefüllt ist und/ oder alle Wabengassen dicht besetzt sind, kann sogleich ein zweiter Aufsatz gegeben werden.
Honigräume werden immer im Warmbau (also quer zu den Sonnenstrahlen am Mittag) gegeben. Wenn jedoch ein Volk noch gar keinen Honigraum hat, so erhalten erst diese zurückgebliebenen Völker die ersten Honigräume der vorauspreschenden Völker.
Erst wenn alle Völker den ersten Honigraum haben, kann der zweite Honigraum gegeben werden.
Bienenstaat und Bienenleben
Können uns Belehrung geben
Dass nur die vereinte Kraft
Große und gute Werke schafft
Ein altes Holzfenster mit mittelalterlichen Butzenscheiben und einem barocken Holzstuhl.

Ein altes Holzfenster mit mittelalterlichen Butzenscheiben und einem barocken Holzstuhl im Historischen Bienenhof Hallertau, restauriert von Glaskünstlerin Ruth Oswald.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald).

Erntebeginn (10)

Sobald der erste Honigraum schon schwer von Honig ist, und die Bienen mit dem Verdeckeln begonnen haben , ist es Zeit zur Schleuderung.

Die Schleuderung sollte auf täglicher Basis stattfinden.

Denn durch den Klimawandel werden die Trachtzeiten stark verkürzt, deshalb müssen die Imker schnell reagieren, wenn die Bienen ideale Bedingungen vorfinden sollen.
Eine schlanke Biene sucht emsig Blütennektar auf einer Apfelblüte.

Eine schlanke Honigbiene sucht emsig Apfelblütennektar auf einer Apfelblüte, und scheint hochzufrieden mit der Qualität desselben zu sein, da wir von Anfang an bis heute auf jegliche Pestizide verzicht haben. Die Bienen danken es uns.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) im Mai 2021.

Führung des Produktionstagebuches (11)
Ein Produktionstagebuch enthält im wesentlichen Listen, die täglich geführt werden.
Darin findet sich jedes einzelne Bienenvolk wieder, in dessen Beute ich bei der Beutenherstellung eine chronologische Beutennummer eingefräst habe.
Daneben gibt es das Standkürzel, das aus zwei Großbuchstaben besteht, zum Beispiel Oberlauterbach = OL.
Die Beutennummer befindet sich in einem Kreis, die Standnummer in einem auf der Spitze stehenden Quadrat.
Anzahl der Bienenvölker wird dargestellt mit dem Umriss eines Bienenkorbes und einer Zahl darin.
Das Produktionstagebuch gliedert sich in vier Teile:
  • Völkerbestandsbuch
  • Blühtermine der wichtigsten Trachtpflanzen
  • Vermehrungsbuch
  • Erntebuch

Was nützt die schönste Blütenpracht, wenn die Honigbiene daraus keine Früchte macht!

Ein Imkereischild mit drei Bienen an der Holzwand eines Bienenhauses. Darüber spezielle Bienenfenster.

Mein erstes Imkerei-Schild, das ich auf etlichen Märkten in Landshut und München (Schwaigermarkt in der Altstadt, Bauernmarktmeile) an meinem Imker-Honigstand anbrachte. Jetzt hat es seinen Platz am Bienenhaus gefunden.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald), Mai 2021

Aufsetzen der zweiten Honigraumetage (12)

Sobald der erste Honigraum vollständig bis in alle Ecken mit Bienen besetzt ist (man kann dies durch einen kurzen Blick innerhalb von Sekunden von oben sehen), wird ein zweiter Honigraum aufgesetzt. (brutnestfern).
Als Regel gilt: In der Früh- und Sommertracht aufsetzen (on top), aber in einer späten Waldtracht immer untersetzen (den zweiten Honigraum unter den ersten), also brutnestnah.
Ist eine beginnende Verdeckelung im ersten Honigraum zu erkennen (auch von oben erkennbar ohne Waben zu ziehen), dann sofort die Bienenflucht einlegen und die vollen Honigräume auf täglicher Basis schleudern. Die Bienenvölker werden durch die Verkleinerung des Innenvolumens deutlich entlastet, haben dadurch kürzere Wege und einen deutlichen Wärme- und Energiegewinn.
Die erste und letzte Honigwabe im Honigraum werden aber wieder dem Volk in den neuen Honigraum mitten hineingehängt (also zurückgegeben), da die erste und letzte Wabe (Außenwaben)von den Bienen stiefmütterlich behandelt werden und der Honig in den Außenwaben nicht nicht die gleiche Qualität wie die Innenwaben besitzt.
Außerdem wird dadurch die Besetzung des neuen Honigraumes beschleunigt.
Durch den Klimawandel und die überzogenen Pflanzenzüchtungen haben der Imker und seine Bienen ein immer kleineres Zeitfenster zur Verfügung, da die Blühzeiten immer früher und immer kürzer und schneller zu ende sind.
Deshalb kann man heute als Imker nicht mehr große “Wolkenkratzer-Türme” aus Honigräumen aufschichten, da bis zu deren Ernte bereits alles kristallisiert wäre und die Völker durch den Wärmeverlust stark in Mitleidenschaft gezogen würden. Ein dritter Honigraum hat daher außer in besonderen Situationen nichts auf den Völkern verloren. Der zweite Honigraum kann aus Mittelwänden bestehen, muss aber nicht, wenn man genügend ausgebaute Honigräume zur Verfügung hat. Der erste Honigraum muss dagegen ausgebaut sein.

Geschleuderte Waben gleich sortieren (13)

Nach dem Schleudern der Waben werden die Waben unmittelbar beim Herausnehmen aus der Schleuder sortiert.
Alle Waben mit kristallisiertem, unschleuderbaren Honig, sowie alle Waben mit viel Pollen kommen in den Sonnenwachsschmelzer, und werden separat kühl gelagert.
Nach dem Schleudern der Waben werden die Waben unmittelbar beim Herausnehmen aus der Schleuder sortiert.
Waben mit wenig Pollen werden entweder den Bienen wieder zurückgegeben für die weitere Ernte, oder alternativ, wenn die Waben eingelagert werden sollen, vorhandender Pollen mit einem kleinen scharfen Messer ausgeschnitten.
Dadurch werden die Waben lagerfähig.
Wenn sie in dieser Saison noch Verwendung finden, werden sie honigfeucht bei unter 65% Luftfeuchtigkeit gelagert.
Falls sie in der Saison nicht mehr gebraucht werden werden Sie den Bienen zum Auslecken über dem Adam-Fütterer gegeben, für zwei bis drei Tage.

Bei Kälteeinbruch wiegen (14)

Bei Kälteeinbruch und/oder nach der Honigernte müssen die Völker gewogen werden durch die Feder-Zeigerwage, auch Futterwage genannt.
Außer wenn man sich sicher ist dass die Tracht weiter im Gange ist.
Das Gewicht eines Dadant-Volkes mit Honigraum sollte bei mir 20 kg niemals unterschreiten.
Bei Kälteeinbruch und/oder nach der Honigernte müssen die Völker gewogen werden durch die Feder-Zeigerwage, auch Futterwage genannt.
Ist das jedoch der Fall, muss man Honigwaben in den Honigraum einhängen (zum Beispiel ungeschleuderte kristallisierte Waben).
Man hängt diese Waben dann hinten ein.
Die Bienen tragen den kristallisierten Honig dann um und verflüssigen ihn dabei.
So ist uns und den Bienen geholfen.

Autor: Hans Georg Oswald, Imkermeister bei bio-honig.com (Imkerei Oswald)
Ein Apfelbaum zu Beginn der Blüte mit rosa Knospen, dahinter eine alte Kapelle.

Ein Apfelbaum zu Beginn der Blüte mit weiß-rosa Knospen, dahinter die Oberlauterbacher Pestkapelle aus dem 17. Jahrhundert.

 

Foto: bio-honig.com (Imkerei Oswald) Mai 2021.

Fortsetzung folgt in Kürze…..

 

2 Comments

  1. Als Anfänger in der Imkerei mit dem unglücklich gewälten Beutenmaß Zander kann ich vieles noch nicht aus eigener Erfahrung bestätigen. Die Volkentwicklung ging sicher langsam dieses Jahr. Ich selbst hatte 2 von 6 Völkern durch den Specht verloren. Von den übrigen 4 Völkern ist eines ein relativ schwacher Ableger aus dem Vorjahr, den ich nun mit einer Brutwabe gestärkt habe. Von dem stärksten Volk habe ich einen Ableger mit 3 Waben gemacht, wie ihn Pia Aumeier im Video erklärt. Es war bei mir im Februar recht viel Eingefüttertes "übrig", so dass ich dann zum Teil sogar Futterwaben entnommen habe um den 2.Brutraum zu entfernen. Die Bienen fanden das meiner Beobachtung gut, da sie es leichter hatten mit dem "Heizen". Ich wünsche mir trotz eines kalten Frühjahres eigenen Honig und habe schon Honigröume aufgesetzt. Ich bin gespannt wie es sich entwickelt... wir nähern und ja vermutlich langfristig eher einer Eiszeit ... Wir werden sehen. Danke für die Einblicke nochmals. herzlich Sebastian.
  2. Lieber Hans Georg, vielen herzlichen Dank für Deinen Blogbeitrag und die Weitergabe Deines Bienenwissens. Ich bin jedesmal, wenn ich von Dir lese oder mit Dir spreche berührt von Deiner Sorgfalt, Hingabe, Beobachtungsgabe, Geduld und Herzlichkeit. Ich wünsche mir mehr von Dir zu lernen, denn nirgends finde ich Deine Qualitäten in so einem hohen Maße wieder. Ob Armbrister Imkerschule, Pia Aumeier, der hiesige Imkerverband oder Gesrpäche mit anderen Imkern. Du bist einmalig. Möge der Schöpfer es gut mit Dir meinen und Dich und Deine Liebsten beschützen. S.H.

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