Bienensterben. Warum sterben die Bienen?

Die wahren Ursachen des Bienensterbens aus sachlicher und fachlicher Sicht der Imkerschaft (Imkerbund)

Von Hans Georg Oswald (Imkermeister)

Lage der Imkerei in Deutschland

Die allgemeine Schwächung der einheimischen Bienenpopulationen von Honigbienen, Hummeln und Wildbienen durch falsch und zu viel eingesetzte Agrar-Pestizide (Insektizide, Fungizide und Herbizide) und deren breite Wirkung auf die Nahrungspflanzen der Bienen lässt keinen vollwertigen, langlebigen Bienen-Nachwuchs mehr erwarten.

Einerseits führen Pestizide zu  einem ständigen Aderlass an Bienen, so dass sowohl Bruttemperatur, als auch Brutpflegeintervall sinkt. Andererseits Fehlen die wichtigsten Nahrungspflanzen der Bienen infolge großflächigem Einsatz von Totalherbiziden in Weizen, Mais, Kartoffeln und Zuckerrüben nunmehr fast völlig, so dass die Bienen im Frühsommer, in den Honigmonaten Juni und Juli oft hungern, besonders nach dem Verblühen der Linde.

Die Wiesenblüten und Ackerbegleitkräuter fehlen mittlerweile in der Fläche fast völlig.

Diese Schwächung sowohl einzelnen Bienen schon vor ihrem Ausschlüpfen, als auch des Bienenstaates als Gesamtheit,  gibt der Varroamilbe als Sekundäreffekt Vorschub, welche dann die durch Pestizide und Nahrungsmangel angeschlagenen Bienenvölker im Herbst den Rest gibt.

Nur der sehr große persönliche und finanzielle Einsatz von hunderttausenden von Imkern, Gärtnern und Naturschützern hat deren großflächige Ausrottung bisher gebremst.

Die Imker zahlen mit einem verdreifachten Arbeitsaufwand durch ständigen Reparaturbetrieb des Völkerbestandes die Hauptlast für die Arbeitseinsparung der Landwirte durch deren Pestizidausbringung.

Die Deutschen Imker und deren Schützlinge, die Bienen, zahlen den wahren Preis der immer gigantischeren Pestizidausbringung in Deutschland.

Angesprochen werden müssen auch die stetigen rieseigen Verluste von Honigbienen und Hummeln auf Grünland, Acker und Kommunalflächen durch rotierende, falsch eingesetzte Agrartechnik (Fräsen, Schlegel, Kreiselmähwerke, Häcksler etc.)

Kommunales Mulchen: Wann hört der Irrsinn endlich auf? Wie viele Bienen müssen noch getötet werden?

Auch erwähnt müssen der systematische Schwund und Vernichtung der Lebensräume der Bienen durch die politischen Vorgaben der Ministerien (Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft, Landwirtschaft, Straßenbau, Städtebau), deren Handlungen das Element der Bienenfreundlichkeit weitgehend vermissen lassen. So sollten spezielle Bienennahrungsgehölze wie Salweiden, Schlehen, Weißdorn und Linden endlich als Bienenbiotope sowohl als Einzelbäume, als auch Landschaftsbestandteile endlich gekennzeichnet, kartografiert, und unter Schutz gestellt werden können.

Waldwirtschaft: Warum muss der Förster die Salweide, die wichtigste Nahrungsquelle der Bestäuber im Wald, ausrotten, weil angeblich im Wald dafür kein Platz ist?

Alibi Aktionen wie winzigen PR-Blühflächen auf Kreiseln oder am Rand von Klär-Anlagen helfen nur dem Image der veranlassenden Politikern, nicht aber den Bienen, da diese nur unnötig an solche Gefahrenstellen (verseuchtes Wasser, Ertrinkungsgefahr) gelockt werden. Das gleiche gilt für medienwirksame sehr schmale Blühstreifen (blühende Rahmen) an schnell befahrenen Bundesstraßen, wie vom Bauernverband beworben. Bei niedrigem Flug und Wind kollidieren die Bienen dann mit den Fahrzeugen und werden dabei getötet.

Alibi Aktionen der Politik und Verbände sollten nicht zu noch mehr unnötigen Bienenverlusten führen!

Bienen halten - Ja, Maul Halten - Nein.

In seiner Rede zur Lage der Imkerei in Deutschland rief Imkerbund Präsident Manfred Hederer (DBIB) der anwesenden Imkerschaft noch einmal unser Motto ins Gedächtnis: "Bienen Halten Ja, Maul Halten Nein".

Imkerkongress mit Power Point Präsentation.

Die Rede zur Lage der Imkerei in Deutschland. Foto: Hans Georg Oswald, bio-honig.com

 

Das Motto "Bienen halten ja, Maul halten nein" bezieht sich auf die gravierenden Veränderungen der Agrarlandschaft in den letzten vier Jahren, und die Leugnung dieser Tatsache durch die Profiteure dieser Entwicklung.

Das Motto "Bienen halten ja, Maul halten nein" bezieht sich auf die gravierenden Veränderungen der Agrarlandschaft in den letzten vier Jahren, und die Leugnung dieser Tatsache durch die Profiteure dieser Entwicklung. "Die Blutspur des Bienensterbens führt ins Kanzleramt", war ein weiteres Zitat, das offenlegte, dass die Partikularinteressen einiger weniger Chemiekonzerne im Kanzleramt schwerer wiegen, als die Zukunft der Bestäubungsinsekten, die jedoch die Schlüsselfunktion für den Erhalt der Lebensgrundlagen und Gesundheit der Gesamtheit aller Deutschen Bürger innehaben.

Demonstrationsschild mit der Aufschrift: Summ, summ, summ, verkauft uns nicht für dumm.

Demonstrationszug in Berlin mit 50.000 Teilnehmer*innen aus ganz Deutschland.

Die Partikularinteressen einiger weniger Chemiekonzerne wiegen im Kanzleramt schwerer  als die Zukunft der Bestäubungsinsekten

"Der Silberne Stockmeissel" vorgeschlagen

Positivpreis für diejenigen, die zum Wohle der Biene entscheidend den Hebel ansetzen

Des weiteren wurde die Verleihung des silbernen Stockmeissels vorgeschlagen, als Positivpreis für denjenigen, der zum Wohle der Bienen an entscheidender Stelle den richtigen Hebel angesetzt hat.

Demonstrationszug in Berlin.

Pestizide lösen sich nicht in Luft auf. Berlin, Deutschland. Foto: Hans Georg Oswald, bio-honig.com

Rede von Dr. Alexandros Papachristoforou, Aristotle University of Thessaloniki

Vicepresident der European Professional Beekeepers Association E.P.B.A.

Er zeigte die negativen Wirkungen der Pestizide auf das Bienenherz und die Bienenatmung auf

Außerdem sprach noch Dr. Alexandros Papachristoforou von der Aristotle University of Thessaloniki (Vicepresident der European Professional Beekeepers Association E.P.B.A.) über die negativen Effekte von Pflanzenschutzmitteln auf Boden, Wasser, Insekten, und auch den urbanen Menschen, aber auch über die gravierenden gesundheitlichen Folgen für die meist ahnungslosen Anwender. Geschädigt wird bei Menschen vor allem das Gehirn, die Fruchtbarkeit, das Blutbild und die Organe.  https://www.ugb.de/lebensmittel-im-test/glyphosat/

Denn nur eine Biene, die gerade noch am Leben ist, reicht uns nicht. Nur eine smarte, leistungsbereite Biene wird auf Dauer in Europa existieren können.

Denn nur eine Biene, die gerade noch am Leben ist, reicht uns nicht. Nur eine smarte, leistungsbereite Biene wird auf Dauer in Europa existieren können.
Er zeigte die negativen Wirkungen auf das Bienenherz und die Bienenatmung auf. Dem Bayer Konzern ist dies offensichtlich egal, obwohl die wissenschaftlichen Ergebnisse klar auf der Hand liegen und auf unserer Seite sind. Diese fundierten Ergebnisse kann auch ein Bayer Konzern auch nicht mit noch so vielen PR-Aktionen (Bayer Bee Health Care Centers) und Schweigegeldern aushebeln.

Schild: Rettet die Bienen.

Rettet die Bienen. Berlin, Deutschland. Foto: Hans Georg Oswald, bio-honig.com

Rede Dr. Klaus Wallner

Die Zeltversuche in den Zulassungsverfahren für bienengefährliche Pflanzenschutzmittel (PSM) sind als nicht praxistauglich abzulehnen

Ein weiterer Redner war Dr. Klaus Wallner, der über die Rapstracht referierte, die früher über fünf Wochen anhielt, jetzt aber nur noch 14 Tagen dauert, was bei den Bienen zu Versorgungsengpässen führt.

Außerdem werden massive pflanzenbauliche Fehler gemacht, vor allem bei der Blütenbehandlung.

Die im Zulassungsverfahren zur Anwendung kommenden Zeltversuche seien nicht praxistauglich, weil es worst-case-Versuche sind.

Wallner stellte das dropleg-Verfahren vor, bei dem die Rückstände in der Rapsbehandlung in den unmessbaren Bereich gesenkt werden können, weil die Spritzung unterhalb der Blütenebene erfolgt.

Als Grund für das Bienensterben nannte er die Landschaftsveränderung, das Verschwinden von wertvollen Landschaftselementen und eine verminderte Biodiversität.

Demo in Berlin.

Pestizideinsatz schadet uns allen. Berlin, Deutschland. Foto: Hans Georg Oswald, bio-honig.com

 

Als Grund für das Bienensterben nannte er die Landschaftsveränderung, das Verschwinden von wertvollen Landschaftselementen und eine verminderte Biodiversität.

Derzeit würden 35% aller Nahrungsmittel für die Welternährung von der Anwesenheit von Bestäuber-INsekten abhängen.

Es würden 25.000 Arten von Wildbienen weltweit existieren.

In Deutschland existieren 561 Wildbienenarten, von denen 39 bereits ausgestorben seien.

Die Hummelarten haben in den USA in den letzten Jahren seit Einführung der neuen Pestizid-Generation um 96% abgenommen.

Die neueste Theorie in der Erforschung der Ursachen für das Bienensterben nimmt an, dass die Hauptschädigung nicht nur in der Brut stattfindet, sondern in der verminderten Fähigkeit der Königin zum Eierlegen.

Der Umsatz von Bayer Crop Science allein mit den Giften Gaucho und Poncho beträgt pro Jahr ca. 800 Millionen Euro.

Bereits 1994 wurde in Frankreich eine Überstimulierung des Nervensystems der Bienen durch diese Mittel nachgewiesen.

Bereits 1994 wurde in Frankreich eine Überstimulierung des Nervensystems der Bienen durch diese Mittel nachgewiesen.

"Der shareholder value ist der wahre Hauptschuldige des weltweiten Verschwindens der Bestände an Honigbienen."

Demo in Berlin.

Pestizide schaden uns allen. Berlin, Deutschland. Foto: Hans Georg Oswald, bio-honig.com

Anschließende Diskussion

"Die Bienen sind heute so etwas wie die Kanarienvögel der Bergleute", also Bioindikatoren, die den Zustand unserer Landschaft anzeigen, z. Bsp. ob die zu untersuchende Landschaft noch lebenswert ist, oder ob "das Land seine Bewohner ausspuckt", wie es drastisch formuliert heißt.

Denn bekanntlich wird es nicht allein bei dem Verschwinden der Bestäuber wie Schmetterlingen, Hummeln und Bienen bleiben, sondern eine Landflucht wird ausgelöst werden, wie sie ja schon heute in vielen Gebieten in Europa, Amerika und Afrika vor unserer aller Augen stattfindet.

Aktuelle Ergänzung zum Bienensterben (Juli 2017)

Am Montag, den 03. Juli 2017 hat die Europäische Bürgerinitiative gegen Glyphosat (EBI) 1,3 Millionen Bürger-Unterschriften gegen Glyphosat in Brüssel eingereicht.

1.320.045 Unterschriften aus 28 EU Ländern ist ein mächtiger Appell und Aufruf an die Politiker in Brüssel, die Zulassung des umstrittenen Mittels nicht weiter zu verlängern. Glyphosat ist ein Totalherbizid, mit dem die meisten Äcker in Deutschland vor der Aussaat getränkt werden, und das die Lebensgrundlage von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln vernichtet.

Glyphosat ist ein Totalherbizid, mit dem die meisten Äcker in Deutschland vor der Aussaat getränkt werden, und das die Lebensgrundlage von Schmetterlingen, Bienen und Hummeln vernichtet.

Landwirtschaftsminister Schmidt und Kanzlerin Merkel wollten zusammen mit Bayer/Monsanto ein Agrarmodell zementieren, das die Würde der Tiere mit Füßen tritt, und den in Jahrtausenden entstandenen fruchtbaren Boden und Lebensraum von uns allen unwiederbringlich zerstört, ohne Rücksicht auf unser aller Gesundheit.

https://www.ugb.de/lebensmittel-im-test/glyphosat/

Voraussichtlich werden die Vertreter der EU-Mitgliedstaaten am 19. Juli 2017 mit Gesprächen über die Wiederzulassung von  Glyphosat beginnen. Die über eine Million Unterschriften von uns Bürgern werden helfen, Licht ins Dunkel der vielen gefälschten Glyphosat Studien zu bringen.

Glyphosat Umweltkiller Warnung Krebsgefahr

Seit Jahrzehnten werden die Ackerböden, Parkplätze, Sportplätze und Gehwege in Deutschland mit dem Umweltkiller Glyphosat getränkt, und landen in der Nahrungskette, Blutbahn und Muttermilch.

Dazu ein aktuelles Zitat von Marie-Monique Robin

Marie-Monique Robin
„Glyphosat hat weltweit katastrophale Folgen für Menschen und Umwelt: es greift die Böden, die Pflanzen, die Tiere und die Menschen an. Es ist  es eines der giftigsten Produkte, das die Menschheit je erfunden hat, da es  auf  vielfältige Art und Weise zerstörerisch wirkt: es wurde erst in 1964   als Komplexbildner patentiert und zuerst zur Kessel-und Wasserrohrreinigung benützt; dann in 1974 als Herbizid und 2010 als ein Antibiotikum von Monsanto patentiert.  Es wirkt  auch als endokriner Disruptor und kann zu Fehlbildungen im Mutterleib führen. Es  wurde als «wahrscheinlich krebserregend für Menschen» von der Weltgesundheitsorganisation eingestuft. Hunderte von unabhängigen Studien zeigen die schädlichen Auswirkungen dieses Giftes, dessen Rückstände  überall in der Nahrrungskette, in menschlichen Urinen und sogar in deutschen Bieren gefunden wurden. Glyphosat muss verboten werden sowie auf lange Sicht jegliche Pestizide. Der Ausstieg ist möglich, jetzt und hier!“

 

Auf kommunaler Ebene haben sich bereits 50 Deutsche Städte und Gemeinden entschieden, ihre Grünflächen ohne Glyphosat zu bewirtschaften. Wir Imker danken allen pestizidfreien Kommunen für diesen Weitblick.

Wir Imker danken allen pestizidfreien Kommunen für diesen Weitblick.

Glyphosat Ackergift auf "Schwarzer Liste" mit Warnhinweis "Krebserregend"

https://www.ugb.de/lebensmittel-im-test/glyphosat/

Kalifornien macht es uns vor. Auf Grund des Vorsorgeprinzips hat der Staat Kalifornien das Ackergift Glyphosat auf die "Schwarze Liste" gesetzt, und darf nur künftig nur noch mit dem Warnhinweis "Krebserregend" verkauft werden.

Zeitlich setzt sich Kanzlerin Merkel wieder besseres Wissen weiterhin gegen die Gesundheit der Bevölkerung und für die Interessen der Lobbyisten der Pestizidhersteller ein.

Dies ist jedoch eine extrem kurzsichtige Politik, da das Wissen um die Kollateralschäden immer umfassender wird.

Es werden unglaubliche Forderungen aus Schadensersatzklagen auf die Pestizid-Produzenten zukommen. Dies war auch der Grund, warum der Firma Bayer der Problemfall Monsanto "angedreht" wurde.

Es wird vermutlich so ähnlich ausgehen wie bei den Sammelklagen gegen die Tabakindustrie, nur in einem gigantischerem Ausmaß.

Auf Grund des Vorsorgeprinzips hat der Staat Kalifornien das Ackergift Glyphosat auf die "Schwarze Liste" gesetzt, und darf nur künftig nur noch mit dem Warnhinweis "Krebserregend" verkauft werden.

Hätte man frühzeitig auf die warnenden Signale Bienen und der Imker gehört, wären diese 40 Milliarden Euro, die für Monsanto bezahlt wurden, nicht in den Sand gesetzt worden. Es lohnt sich, auf die Bienen zu achten.

Es lohnt sich, auf die Bienen zu achten.

Update vom 13.01.2021

#agrarwendelostreten #wirhabenagrarindustriesatt #ernährungswendejetzt #agrarwende

Politisches Banner eines Imkers auf seinem Imkerfahrzeug mit dem Portrait der Bundeslandwirtschafts-Ministerin und der Aufschrift: "Was der Biene schadet, muss vom Markt" und einer Biene, die sagt: "Leere Worte, keine Taten!"

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (cdu) versprach nach Bekanntwerden der extremen Giftigkeit der neuartigen systemischen Agrar-Pestizide: "Was der Biene schadet, muss vom Markt." Danach tat sie alles, um ein Verbot zu untergraben, indem Sie die Agrarwende hinsichtlich des Umbaus auf bienenfreundliche Bewirtschaftungsmethoden wie Öko-Landbau in der Fläche systematisch auf verschiedenen Ebenen ausbremste. Die Bienenverluste sind seit ihrem Ausspruch weiter gestiegen. Deshalb sagt Ihr die Biene auf der Beschriftung eines Imkerfahrzeugs ins Ohr: "Leere Worte - Keine Taten!

 

Was der Biene schadet, muss vom Markt, insbesondere die neuartigen systemisch wirkenden Nervengifte

Latest News vom 28. April 2021

Vortrag von Imkermeister Christoph Koch: Wann versagt(e) der Bienenschutz?

Organisiert von den Imkervereinen Monheim und Rain am Lech. Er fand am 12. April 2021 online statt und wurde anschließend auf Youtube gestreamt

Wann und warum versagte der Bienenschutz seit einhundert Jahren, und warum funktioniert der Bienenschutz immer noch so mangelhaft?

Welche Rolle spielen dabei die Agrartoxine und  die für Bienenschutz verantwortlichen Kontrollbehörden ?

"In den letzten Jahren hören wir viel über den dringend notwendigen Bienenschutz. Gleichzeitig erleben wir Imker aber immer wieder, dass dieser Schutz unserer Bienen leider oft nur unzureichend funktioniert. Politische Entscheidungen sind aus Sicht der Bienen nicht nachvollziehbar, so z.B. die aktuelle Notfallzulassung von Cruiser 600 FS im Zuckerrübenanbau. Das Saatgut der Zuckerrüben wird mit dem Wirkstoff Thiamethosam gebeizt, einem nachgewiesen bienenschädigenden Medikament. Zuckerrüben sind keine Nahrungspflanzen der Bienen, aber wir kennen aus der Vergangenheit große Bienenvergiftungen zum Beispiel aus Saatgutbeizung am Mais, der ja auch keine Bienenweidepflanze ist.

Die Lobbyisten-gesteuerte Landwirtschaftspolitik hat die jahrhundertelange perfekt funktionierende Symbiose von Landwirtschaft und Imkerei gestört und kaputt gemacht.

Viele Probleme der Imkerei sind erst entstanden, als begonnen wurde, mit Pflanzenschutzmitteln zu arbeiten. Die Landwirtschaftspolitik von Jahrzehnten hat auch die jahrhundertelange gut funktionierende Symbiose von Landwirtschaft und Imkerei gestört. Mit der Einführung von Pestiziden wurde der Bienenschutz notwendig. Nach Jahrzehnten der Erfahrung im Umgang mit Pflanzenschutzmitteln ist leider auch heute noch die Frage nach dem Bienenschutz existenziell – nicht nur für Honigbienen – auch für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten.

Christoph Koch ist ein erfahrener Berufsimker, der sich gemeinsam mit dem Deutschen Berufsimkerbund schon viele Jahre für den Bienenschutz einsetzt. Der Vortrag "Wann versagt der Bienenschutz?" wurde organisiert von den Imkervereinen Monheim und Rain am Lech. Er fand am 12. April 2021 online statt."

Youtube Video des Vortrages von Christoph Koch zum Versagen des Bienenschutzes (Link öffnet in eigenem Fenster).

 

Wir, Bürger und Organisationen müssen etwas tun im Kampf gegen die fortschreitenden Bienenvergiftungen in unserem Land.

Mein Vorschlag für einen Rettungsplan

(1) Zusammenführung von Landwirtschaftsministerium und Umweltministerium auf EU-, Bundes- und Landesebene

Bisher haben sich diese beiden Ministerien immer gegenseitig im Weg gestanden, und oft im nachhinein die Bemühungen gegenseitig torpediert. Dies lag in erster Linie daran, dass die beiden Rechtssysteme nicht miteinander kompatibel sind. Daher bräuchte es einen Neuanfang.

(2) Zusammenführung der beiden Rechtssysteme Landwirtschaftsrecht und Naturschutzrecht

Das Hauptproblem für die Etablierung echten Bienenschutzes liegt in den beiden getrennten Rechtssystemen Landwirtschaftsrecht und Naturschutzrecht. Weil das Landwirtschaftsrecht deutlich älter ist als das Naturschutzrecht, behält es immer die Oberhand. Ein echter, sinnvoller Bienenschutz ist deshalb nur möglich, wenn die beiden Rechtssysteme zusammengeführt werden.

(3) Weltweit harmonisierte Steuern auf Pestizide

Pestizide werden meist unter großem Energieeinsatz aus Erdöl hergestellt, und vergiften Mensch, Tiere, Insekten, Pflanzen, Luft, Wasser und Boden. Es ist daher dringend erforderlich, durch Steuern die Folgekosten dieses Gifteinsatzes zu sanktionieren.

(4) Keine weiteren Neu-Zulassungen mehr für bienenschädigende Pestizide

Derzeit werden viele bienenschädigende Pestizide von den Zulassungsbehörden und der Forschung fälschlicherweise und wieder besseren Wissens als B4-Bienenungefährlich eingestuft, obwohl diese Mittel innerhalb von 48 Stunden nachweislich bis zu 50 % der Bienenpopulationen töten

(5) Neues Zulassungsverfahren für bienenschädigende, rotierende Agrartechnik dringend notwendig

Viele Agrar-Unternehmen aber auch kommunale Bauhöfe verwenden schnell rotierende Fräsen, Mulcher, Kreiselmähwerke, Häcksler etc, welche gigantische Bienenschäden verursachen aus Unkenntnis der Auftraggeber und Anwender. Deshalb sind neue Zulassungsverfahren, Warnhinweise, Gebrauchsanweisungen dringend erforderlich, verbunden mit Lehrmaterial und Schulungen der Auftraggeber (Besitzer) und Anwender (Bedienpersonal).

(6) Neuer Schutz für Bienen-Nahrungsgehölze wie Salix caprea dringend erforderlich

Aufgrund der immer größeren und schlagkräftigeren Technik können Jahrhunderte lang gewachsene Waldränder und Gehölzstrukturen in wenigen Minuten dem Erdboden gleich gemacht werden, was ja seit Jahrzehnten ständig vor unseren Augen geschieht. Am meisten gefährdet sind kleinere Bienensträucher und Bienenbäume wir zum Beispiel die Salweide (Salix caprea), die endlich umfassend und vollständig unter Schutz gestellt werden muss, da 70% der Eiweißversorgung der gesamten Insektenfauna von Ihrem Vorhandensein existenziell direkt und undirekt abhängig ist.

Wie and was kann jede(r) Einzelne noch tun:

  1. Desinvestment von Bayer: Bitte verkaufen Sie eventuell gehaltene Bayer Aktien, falls vorhanden. Überprüfen Sie Ihre Portfolios auf Bayer-Aktien, und verkaufen Sie diese, falls Bayer-Aktien enthalten sind. Behalten sie eventuell eine einzelne Aktie, um auf der Hauptversammlung den Vorstand und Aufsichtsrat auf das dringende Thema Bienenschutz direkt ansprechen zu können.
  2. Bitte wählen Sie in den Kommunalwahlen, Landtagswahlen und Bundestagswahlen konsequent nur Personen und Parteien, die eine völlig klare positive und aktive Position hin zu mehr Bienenschutz einnehmen. Bitte wählen Sie Personen und Parteien konsequent ab, die beim Bienenschutz bremsen oder hinhalten wollen.
  3. Bitte boykottieren Sie konventionell hergestellte Lebensmittel aus Intensiv-Massenproduktion so weit es geht, da Biene und Mensch die Leidtragenden sind. Bitte wählen sie stattdessen ökologisch erzeugte hochwertige Naturschutz-Produkte. Die Bienen danken uns dafür durch Ihr Überleben, das letztendlich von zentraler Wichtigkeit auch für unser Überleben als Menschheit auf dem Blauen Planeten Erde ist.
  4. Bitte pflanzen und pflegen Sie mindestens 20 Salweiden (Salix caprea) für unsere heimischen Bestäuber, die Honigbienen, die Hummeln und die Schmetterlinge auf denen Ihnen zur Verfügung stehenden Flächen. Steht Ihnen keine Fläche zur Verfügung, so kaufen Sie sich ein Stück Privatwald und wandeln Sie diesen in einen Bienenwald um.
  5. Berichten Sie anonym Ihre Beobachtungen oder Fotos zum Mord an den Honigbienen, Hummeln und Schmetterlingen online auf unserer Facebook-Medienseite: https://www.facebook.com/onlinewiderstand. Denn nur durch die Sichtbarmachung des stillen Sterbens der Bestäuber kann Rettung für diese erwachsen.

Honigbienen brauchen intakte Lebensräume. Geben wir ihnen diese zurück, denn nur die Bienen können artenreiche stabile Pflanzengesellschaften und lebenswerte Erholungslandschaften erhalten.

Update vom 18. Juni 2022

Schadensersatzprozess wegen Glyphosat (Roundup)

Landgericht Frankfurt/Oder für Erwerbsimkerei Seusing (Brandenburg)

Am 20.06.2022 wird das Landgericht Frankfurt/Oder über Schadensersatz für eine Imkerfamilie aus Brandenburg entscheiden. Ihr Honig wurde durch ein Agrar-Pestizid der Bayer AG (Produkt Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat) verunreinigt, und musste vernichtet werden.

Aktion betroffener Imker gegen Pestizid Roundup der Bayer AG, dabei wurde Honig verschüttet. Das Bild zeigt unter anderem Thomas Radetzki, Vorstand der Aurelia Stiftung.

Aus Protest verschüttete der betroffene Imker Honig auf die Eingangstreppe des Bundelandwirtschaftsministeriums in Berlin (BMEL) unter Bundesministerin Julia Klöckner (CDU, jetzt Bundesschatzmeisterin der CDU). Foto: Aurelia Stiftung www.aurelia-stiftung.de

Der folgende Link führt zum Sondernewsletter der Stiftung Aurelia, wo alle Hintergründe zu diesem Fall detailliert nachgelesen werden können:

https://www.aurelia-stiftung.de/projekt/glyphosat-im-honig-seusing/

Urteil vom 20.06.2022

Richtungsweisendes Urteil: Gericht spricht betroffenem Imker Schadensersatz zu wegen Glyphosat im Honig

Zitat von aktuellem Beitrag von www.aurelia-stiftung.de :

Die Imkerei Seusing aus Brandenburg erhält Schadensersatz für ihren mit Glyphosat verunreinigten Honig. Der verantwortliche Landwirt muss für den Schaden vollumfänglich haften. Das hat das Landgericht Frankfurt/Oder heute entschieden. Die Aurelia Stiftung begrüßt das Urteil als richtungsweisendes Signal für die Landwirtschaft und Politik. Bisher blieben Imkereien auf den fremdverursachten Schäden sitzen, wenn ihr Honig durch Pestizide aus der Landwirtschaft belastet ist.

Landwirt*innen müssen für Schäden aufkommen, die sie durch den Einsatz von Pestiziden verursachen. Das hat das Landgericht Frankfurt (Oder) heute in einem richtungsweisenden Urteil entschieden. Es hat einem Imker Schadensersatzansprüche gegen eine Landwirtschafts-gesellschaft zugesprochen, weil sein Honig wegen Glyphosateinträgen vernichtet werden musste.

Wie das Landgericht damit bestätigt, ist die beklagte Landwirtschaftsgesellschaft für die Folgen ihres Glyphosateinsatzes voll verantwortlich. Pestizide dürfen auf dem Acker nur so eingesetzt werden, dass die geltenden Rückstandshöchstgehalte in Honig eingehalten werden. Deshalb weist der Pflanzenschutzdienst des Landes Brandenburg die Landwirt*innen seit Jahren darauf hin, dass zur Vermeidung von Rückständen im Honig der Einsatz glyphosathaltiger Herbizide auf blühende Pflanzen unterbleiben sollte. Dennoch kommt es immer wieder zu vergleichbaren Schäden.

Dr. Georg Buchholz, Anwalt von Imker Sebastian Seusing, erklärt hierzu: „Das Gericht hat heute klargestellt, dass diejenigen, die Pestizide einsetzen, dafür sorgen müssen, dass dadurch kein Schaden entsteht. Imker*innen und Verbraucher*innen müssen sich darauf verlassen können, dass die Honigproduktion nicht durch den Einsatz von Pestiziden unmöglich gemacht wird. Das schreibt auch das Pflanzenschutzmittelrecht so vor. Es ist deshalb nur konsequent, dass Imker*innen Schadensersatz einfordern können, wenn Pestizidrückstände die zulässigen Grenzwerte überschreiten. Letztlich kann die Rückstandsfreiheit des Honigs nur gewahrt werden, wenn keine Pestizide auf blühende Pflanzen ausgebracht werden. In der mündlichen Verhandlung hat das Gericht deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft notfalls auch einen Mehraufwand in Kauf nehmen muss, um einen Totalschaden für Imker*innen zu vermeiden.“

Den ganzen Beitrag kann man nachlesen unter diesem Link (öffnet sich in eigenem Fenster):

https://www.aurelia-stiftung.de/2022/06/20/imker-erhaelt-schadensersatz-fuer-glyphosat-im-honig/

Update vom 15. Juli 2022

Zitat aus dem Pestizidbericht für Bayern des Landesbund für Vogelschutz LBV:

Insgesamt wurden im Jahr 2019 ca. 3.600 Tonnen Pestizide in Bayern ausgebracht.

Erschreckend ist, dass im Jahr 2019 in Bayern also 3,6 Tonnen Pestizide ausgebracht wurden, aber nur 1,6 Tonnen Frühtrachthonig geerntet wurde. Das bedeutet, dass auf jedes Kilogramm Honig in Bayern zwei Kilogramm Pestizide ausgebracht wurden. Wenn man sich das vergegenwärtigt, wird einem jeden klar, dass dieser Wahnsinn nicht lange gutgehen kann. Mögen die Verantwortlichen für diese Entwicklung zur Verantwortung gezogen werden.

Im Durchschnitt wurden die neun betrachteten Kulturen Winterweizen, Winterraps, Wintergerste, Mais, Zuckerrüben, Kartoffeln, Wein, Hopfen und Äpfel in Bayern jeweils 8,3-mal im Jahr mit Pestiziden behandelt.

Die Bevölkerung ist sich dessen nicht bewusst, sonst wäre es nie so weit gekommen. Zeit für eine Zeitenwende.

Epilog

Blog-Beitrag soll weiterhin ergänzt werden

Gegen Bienenmord, Bienenfrevel und Wegsehen

Früher, zu Zeiten Karls des Großen war die Armbrust die Waffe, welche die Waldbienenzüchter, auch Zeidler genannt, privilegiert waren zu tragen.  Wer sich an einen Bienenbaum oder einem Bienenvolk vergriff, wurde erst mit dem Pfeil der Armbrust durchbohrt, und dann aufgehängt nach dem Gesetz. Heute ist die Feder, der Kugelschreiber oder die PC-Tastatur die einzige verbliebene Waffe des Imkers, um sich gegen Bienenfrevel zu wehren. Deshalb will ich diesen Blog-Beitrag auch weiter aktuell halten und laufend ergänzen.

Damit diese Botschaft zur Rettung der Bienen aber Verbreitung findet und gelesen werden kann, bitte ich um reichlich Verlinkung zu diesem Beitrag.

Oberlauterbach, den 22.06.2022

Hans Georg Oswald (Tierwirtschaftsmeister und Landwirt)

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