Festveranstaltung zur Gründung der Prof. Ludwig Armbruster Imkerschule

Den musikalischen Auftakt machte ein Bläserensemble mit einem Stück von Bach, dem Einzug der Königin von Saba, offensichtlich eine Anspielung auf das Metier Armbrusters, der züchterischen Verbesserung der Bienenköniginnen durch Anwendung der Mendelschen Vererbungsgesetze.
Danach folgte Prof. Steffen Rückls Vortrag: Ludwig Armbruster, sein Leben, seine Forschungen, sein Schicksal.
Wärend des Vortrages habe ich mir einige Notizen gemacht, deren Qintessenz ich hier wiedergebe.
Warum trägt die Schule seinen Namen? Er hat Themen aufgegriffen, die für die weltweite Zukunft der Imkerei von größter Bedeutung sind.
Armbruster war der bekannteste Bienenkundler seiner Zeit, und wendete als Erster die Mendelschen Vererbungsgesetze auf die Züchtung eines Nutztiers an, und hat damit Welten von Möglichkeiten eröffnte. Er verdient es, Namensgeber zu sein, für seine Aktivitäten als Gelehrter.
Von Armbruster existieren 419 Publikationen.
Kurze Chronologie von Armbrusters Leben:
1918 Wissenschaftlicher Assistent an der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften
1919 Neuer Bienengarten in Berlin-Dahlem
1923 Berufung als außerordentlicher Professor
1929 Berufung als ordentlicher Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Berlin
1926 Einführung der mikroskopischen Honiguntersuchung in Berlin
1931 Reise nach Ägypten und das damalige Palästina, Mitglied des Pro Palästina Kommitees
1933 Verweigerung der Unterschrift zur “freudigen Zustimmung der NS Machtübernahme
1933 Verlust seiner Hauptwirkungsstätte in Berlin (Rauswurf, “nicht tragbar wegen Judenfreundlichkeit”)
1934 Zwangsweise Versetzung in den Ruhestand aus politischen Gründen
1957 Auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse
1958 Rückschau, Lebenserinnerungen
2013 In Deutschland gibt es nur noch 650 Tausend Bienenvölker, das sind nur noch 25 % des Bestandes von 1900.
Armbruster hat vielen seiner jüdischen Hörern geholfen, zu überleben, indem er ihnen eine Einreise nach Palästina ermöglichte. Er erhielt viele Anfragen von jüdischen Arbeitsämtern, hatte überdurchschnittlich viele jüdische Kandidaten, die für die Ausreise zwingend einen Facharbeiterbrief vorweisen mußten.
Heute befinden sich in Israel vier mal mehr Bienenvölker als in Deutschland, auf die Fläche bezogen.
Nach dem Krieg wurde Armbruster als Gegner (des NS-Regimes) zweiter Ordnung eingestuft, erhielt jedoch keinerlei Wiedergutmachung oder Rehabilitation.

Prof. Steffen Rückl

Prof. Steffen Rückl

Der Bienengarten einige Monate nach der Überschwemmung

Der Bienengarten einige Monate nach der Überschwemmung

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